Ein buntes Fest mit ernstem Hintergrund: Rund 130 Veranstaltungen gegen rechtsextreme Hetze am Europawahl-Wochenende beim #ONK2019

Brandanschläge, Morddrohungen, eingeworfene Fensterscheiben und gestohlene Stolpersteine – seit 2016 verübten vermutlich Rechtsextreme zahlreiche Angriffe auf Personen und Institutionen, die für ein vielfältiges Neukölln eintreten, das sich gegen Rassismus, Neonazismus und Ausgrenzung engagiert. Mit dem Festival Offenes Neukölln #ONK2019, das von kommenden Freitag bis Sonntag bereits zum dritten Mal zwischen Hermannplatz und Rudower Stadtgrenze ausgerichtet wird, will das „Bündnis Neukölln” dieser rechten Gewaltserie etwas Konstruktives entgegensetzen.

Das Bündnis : Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt ist ein überparteilicher, überkonfessioneller und multikultureller Zusammenschluss von Organisationen, Gewerkschaften und Geschäftsleuten, privaten und staatlichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen. Rund 100 Kooperationspartner konnte es in diesem Jahr für die Beteiligung am dreitägigen Programm gewinnen. Vor dem Rathaus Neukölln steht vom 24. bis 26. Mai der Offenes Neukölln-Infostand, an dem es Musik und Aktion sowie jede Menge Infomaterial rund um das Festival und alle beteiligten Akteure gibt. Wer sich im Internet vorab informieren möchte, kann auf der Webseite https://www.offenes-neukoelln.de/programm das Programm nach verschiedenen Kriterien filtern, um die passenden Veranstaltungen zu finden.

„Lasst uns gemeinsam ein offenes, solidarisches und vielfältiges Neukölln feiern!“, rufen die Veranstalter zum Besuch des Festivals auf. Das Neuköllner Europafest des Bezirksamtes, das am Freitag von 14 bis 19 Uhr auf dem Alfred-Scholz-Platz unter dem EU-Motto „In Vielfalt geeint“ stattfindet, ist ebenso ein Bestandteil des Programms wie das große Picknick am Sonnabend von 14 bis 21.30 Uhr auf dem Tempelhofer Feld zum 5. Jubiläumsjahr des Volksentscheides.

Im Haus der Begegnung des Diakoniewerks Simeon in der Morusstr. 18 a wird am Freitag von 15 bis 18 Uhr ein großes interkulturelles Fest gefeiert. Die katholische St. Christophorus-Gemeinde lädt am Sonnabend von 19.30 bis 21 Uhr zum ökumenischen Musikgottesdienst “Ankommen und Aufbrechen”.

Bereits am Donnerstag gibt es von 19 bis 22 Uhr im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt eine Podiumsdiskussion mit den von Gewalt betroffenen Neuköllnerinnen und Neuköllnern, die seit Jahren vergeblich die Aufklärung der vermutlich rechtsextremen Straftaten fordern . Die Betroffenen setzen und sich jetzt mit einer Online-Petition an das Abgeordnetenhaus von Berlin für die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungs-Auschusses ein.

=Christian Kölling=