„Auf dem Spielplatz haben wir immer wieder Drogendepots gefunden“

Im Neuköllner Flughafenkiez wird seit bald zwei Jahren aus Mitteln der Landeskommission Berlin gegen Gewalt das Projekt „Auf die Plätze“ umgesetzt. Es soll Erwachsene, Jugendliche und Kinder dabei unterstützen, Plätze im Kiez, auf denen derzeit Vandalismus, Gewalt und übergriffiges Verhalten dominieren, als familienfreundliche Aufenthaltsorte zurückzugewinnen. Dafür stellte die Landeskommission in den Jahren 2018 und 2019 jedem Berliner Bezirk 150.000 Euro zur kiezorientierten Gewalt- und Kriminalitätsprävention sowie für den Aufbau von Präventionsräten zur Verfügung.

Im Vorfeld des 24. Deutschen Präventionstages, der heute in Berlin endet, informierten sich der Geschäftsstellenleiter der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Ingo Siebert, sowie Orkan Özdemir, Grundsatzreferent in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, über den Erfolg der Förderung in Neukölln. Jugendstadtrat Falko Liecke und Sozialraumkoordinator Michael Thoma stellten am Montag letzter Woche die Arbeit der Projekte „Boddin-Power_Play“ und „Spielplatz für Alle“ auf dem Boddinplatz bzw. im Blueberry Inn in der Reuterstraße 11 vor. Die Kieztour für urbane Sicherheit begleiteten auch Mitarbeiter der Träger MaDonna Mädchen-kult:Ur e. V. und outreach gGmbH.

„Auf dem Spielplatz haben wir immer wieder Drogendepots gefunden. Die öffentliche Toilette wird als Drogenkonsumraum zweckentfremdet“, klagte Sevil Yildirim vom MaDonna-Mädchentreff. Direkt vor dem Toilettenhäuschen auf dem Boddinplatz steht ein farbig markierter Behälter zur sicheren Entsorgung gebrauchter Spritzen. Jugend- und Gesundheitsstadtrat Liecke wiederholte seine Forderung nach einem Drogenkonsummobil für Neukölln, wie es früher z. B. an der Karl-Marx-/Kirchhofstraße stand. Liecke, der seit diesem Wochenende auch stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner CDU ist, lehnt stationäre Drogenkonsumräume dagegen ab.

Im Blueberry Inn, das bald mit einem Erweiterungsbau vergrößert wird, endete die Kieztour für urbane Sicherheit. Das Gebäude soll auf dem Gartengelände hinter dem jetzigen Blueberry entstehen und viermal soviel Platz bieten. Das bisherige Haus bleibt bestehen und soll für die Sozialarbeit mit älteren Jugendlichen genutzt werden.

=Christian Kölling=