Mahnwache fordert Polizei und Berliner Kurier zur Richtigstellung auf

Auch im siebenten Jahr ihres Bestehens kann die im Oktober 2012 gegründete „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas“ von keinem Fahndungserfolg berichten. Die Ermittlungen der Berliner Polizei und der Berliner Staatsanwaltschaft sind in dem Neuköllner Mordfall bis heute ohne Ergebnis verlaufen.

Jetzt sorgt bei der Initiative eine Notiz im Berliner Kurier vom 8. April zusätzlich für Bestürzung und Empörung. Unter Berufung auf Polizeikreise hatte das Boulevardblatt am Ende einer Meldung über die diesjährige Veranstaltung zum Gedenken an die Ermordung des 22-jährigen Mannes wörtlich geschrieben: „Bis heute geht das Umfeld von Burak Bektas davon aus, dass möglicherweise Rechtsradikale hinter dem Mordanschlag stecken. Bei der Polizei wird inoffiziell auch davon gesprochen, dass es sich um eine brutale Racheaktion für einen misslungenen Raubüberfall handeln könnte, an dem Bektas beteiligt gewesen sein soll.“

Um gegen diese Darstellung zu protestieren, rief die Initiative am Montagabend zur „Mahnwache gegen Fake News aus der Polizei im Berliner Kurier“ vor dem Rathaus Neukölln auf und forderte eine Richtigstellung sowohl von der Polizei als auch vom Berliner Kurier. „Die Mutter von Burak ist entsetzt über die öffentlich verbreiteten haltlosen Verdächtigungen gegen ihren Sohn“, erklärte ein Sprecher der Mahnwache. Melek Bektas kommentierte die Notiz des Berliner Kuriers: „Für unsere ganze Familie ist diese Lüge eine Ungeheuerlichkeit und eine weitere schwere Verletzung. Wir erwarten von dieser Zeitung und von der Polizei, dass es eine Richtigstellung gibt.“

Überlebende des Brandanschlages von Mölln, Angehörige und Unterstützer-Initiativen erklärten in einer während der Mahnwache verteilten Stellungnahme: „Der Vorfall unterstreicht erneut die Forderung der Burak Bektas Initiative nach einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Es ist aufzuklären, was in Berlin-Neukölln seit Jahren die Aufklärung von rechten/rassistischen Morden, Anschlägen und Angriffen verhindert. Wir fordern Aufklärung und Genugtuung für Burak Bektas und seine Angehörigen.“

=Christian Kölling=