Keine Zukunft für grüne Hinterhöfe in Neukölln?

Triste, graue Hinterhöfe müssen nicht sein, dachten sich die Stadtplaner schon in den 1980er Jahren sowohl in Ost- als auch in West-Berlin und legten bereits vor dem Mauerfall in beiden Stadthälften eigene Hofbegrünungsprogramme auf. „Von 1983 bis Ende 1995 wurden in Berlin 1643 Projekte bewilligt, 740.000 Quadratmeter Hof- und Fassadenflächen sowie 65.000 Quadratmeter Dachflächen begrünt“, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vor kurzem auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katrin Schmidberger und Dr. Turgut Altug (beide Grüne) mit. Das Hofsanierungsprogramm wurde im Jahr 1996 eingestellt. Selbstständige Programme zur Hofbegrünung gibt es seitdem weder auf der Bundes- noch auf der Landesebene. Einige Berliner Bezirke – darunter aber nicht Neukölln – haben jedoch eigene kommunale Förderprogramme aufgelegt.

Zumindest im Ortsteil Neukölln werden Hofbegrünungsmaßnahmen allerdings im Rahmen der 16 städtebaulichen Leitlinien bei Nachverdichtungsvorhaben (Dachgeschossausbau, Lückenschließung, Aufstockung) aufgrund von Befreiungen im Baugenehmigungsverfahren nach genau festgelegten Kriterien durchgeführt, teilte das Bezirksamt in seiner Zuarbeit für die Antwort auf die Schriftliche Anfrage mit. Das Stadtentwicklungsamt veröffentlichte 2015 die Broschüre „Grüne Oasen in Neukölln“ mit Informationen zur Begrünung von Innenhöfen, die nach wie vor im Internet als PDF z. B. auf der Webseite der [Aktion! Karl-Marx-Straße] verfügbar ist. Allgemeine Informationen zur Hofbegrünung sind ebenfalls noch auf der Homepage der Grünen Liga zu finden, die sich mit dem Thema lange beschäftigt hat.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Die Bewohner werden leider zunehmend aus ihren grünen Hinterhöfen verdrängt, wie in der Schöneweider Str. 20, wo gestern der Richardchor gegen die Entmietung sich ein Stelldichein gab, siehe Foto: https://www.flickr.com/photos/flohserver/33961689758/

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