Begegnungen mit der Wunderwelt Lateinamerikas auf dem Neuköllner Kindl-Gelände

Das Haus der Kulturen Lateinamerikas feierte am Wochenende im Casa Latinoamericana in der Braustube auf dem Kindl-Gelände sein 20-jähriges Bestehen. Freitagnachmittag besuchte Bezirksbürgermeister Martin Hikel – unmittelbar nach dem Bierfass-Anstich zur Eröffnung der Neuköllner Maientage und kurz vor einer Ansprache zum 10-jährigen Bestehen des Heimathafen Neukölln – für ein Grußwort die Jubiläumsfeier. Als politische Emigranten fanden viele Einwanderer aus Mittel- und Südamerika zuerst in den 1970er Jahren Zuflucht in Berlin. Aktuell leben knapp 21.000 Menschen vom Halbkontinent zwischen Mexiko und der südlichen Spitze Feuerlands in der Stadt.

Der gemeinnützige Verein Haus der Kulturen Lateinamerikas bietet in Kooperation mit lateinamerikanischen Botschaften, entwicklungspolitischen Gruppen, Künstlern sowie Institutionen aus den Bereichen Bildung, Umwelt und Soziales seit 1999 ein breites Angebot zur Unterstützung des interkulturellen Austausches im Sinne der Völkerverständigung. Das Casa Latinoamericana eröffnet damit auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene vielfältige Möglichkeiten für alle Menschen, die sich unter dem Motto: „Lokal handeln – global denken“ engagieren wollen. Der Verein ist Mitglied des Migrationsrates Berlin und wird vom Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration unterstützt.

Die Botschafterin El Salvadors, Florencia Eugenia Vilanova de von Oehsen, würdigte in ihrer Rede die Bedeutung der kulturübergreifenden Arbeit des Hauses der Kulturen für die gesamte Region Mittel- und Lateinamerikas, ebenso wie die Vertreter der Botschaften von Bolivien und Peru in ihren anschließenden Grußworten. Karl-Heinz Niedermeyer, Vorsitzender des Fachausschusses Internationales der Berliner SPD, und Dr. Edgar Göll, stellvertretender Vorsitzender des Netzwerkes Cuba unterstrichen die Bedeutung der Arbeit des Casa Latinoamericana aus der Perspektive entwicklungspolitischer Organisationen.

Die Berliner Bezirke Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg pflegen seit vielen Jahren kommunale Kontakte zu ihren Partnerstädte Cajamarca in Peru und San Rafael del Sur in Nicaragua. Erste Begegnungen mit der Wunderwelt Lateinamerikas reichen bis in die Jahre 1799 bis 1804 zurück, als der Naturforscher und Universalgelehrte Alexander von Humboldt zusammen mit dem Mediziner und Botaniker Aimé Bonpland von Spanien aus eine Expedition in das heutige Venezuela, nach Kuba, Kolumbien, Ecuador und Peru sowie nach Mexiko, Kuba und die USA unternahmen.

Die Leiterin des Casa Latinoamericano, Dr. Dolly Conto Obregon, dankte allen Kooperationspartnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit in Berlin. Anschließend eröffnete die Lyrikerin und Sängerin Sonia Solarte mit ihrem Auftritt das zweitägige Kulturprogramm zum Jubiläum der Einrichtung.

=Christian Kölling=