Neuer Hindu-Tempel in der Hasenheide: Einweihung im nächsten Jahr?

Täglich praktiziert ein Priester im Sri Ganesha Hindu Tempel in der Hasenheide spätnachmittags die Puja, eine religiöse Ehrerweisung und Verehrung, die einer festgelegten Ordnung folgt. Am Ende des einstündigen Rituals traf ich kürzlich Vilwanathan Krishnamurthy und Jayarama Naidu vom Unterstützungsverein des Hindu-Tempels. Beide lernten sich schon in Bangalore, der drittgrößten indischen Stadt im Bundesstaat Karnataka kennen und leben seit über 40 Jahren in Berlin. „Jayarama ist einige Jahre vor mir als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen“, berichtete Krishnamurthy über seinen Freund, mit dem zusammen er – unterstützt von anderen Gemeindemitgliedern – unablässig ein großes Ziel verfolgt: Eines Tages soll im nordöstlichen Zipfel der Hasenheide zu Ganeshas Ehren einer der größten Hindu-Tempel Europas eröffnet werden.

Die Idee für diese repräsentative Tempelanlage geht bis ins Jahr 2005 zurück. Doch viele Jahre lang stockte das anspruchsvolle Bauprojekt, das einmal direkt neben der früheren Freiluftturnhalle fertig werden soll, die jetzt noch für religiöse Zwecke wie die tägliche Puja und andere Zeremonien dient. „Gerade haben wir das 21-tägige Brahmotsavam gefeiert“, berichtete Krishnamurthy. Am letzten Tag des Festivals, dem 20. April, kamen viele Gläubige und Gäste, unter ihnen die Grüne Abgeordnete Dr. Susanna Kahlefeld, um der Gramotsavam Prozession beizuwohnen. Sie ist das wichtigste Ereignis des Brahmotsavam-Festes. Während des Umzugs trugen Gläubige eine Ganesha-Statue in einer Sänfte über das Tempelgelände. Im Anschluss an die Zeremonie folgte eine Aufführung der in Karnataka ausgebildeten Tänzerin Arpitha Lakshman.

Im Vergleich zum September letzten Jahres, als in Neukölln das Sri Ganesha Chaturthi-Fest begangen wurde, das einer der höchsten hinduistischen Feiertage ist, sind inzwischen Baufortschritte auf der 32 mal 27 Metern großen Grundfläche des Tempels zu erkennen. Jayarama Naidu und Vilwanathan Krishnamurthy sind deshalb zuversichtlich, dass der neue Tempel im kommenden Jahr fertiggestellt sein wird.

=Christian Kölling=