Broschüre „Die umweltgerechte Stadt“: Ein wichtiger Schritt für Umweltgerechtigkeit in den Berliner Kiezen

„Die ökologische Frage ist auch eine soziale Frage. Umweltgerechtigkeit bedeutet, die Ziele Umweltschutz, Gesundheitsförderung, soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden“, sagte Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, am vergangenen Donnerstag zur Veröffentlichung der Broschüre „Die umweltgerechte Stadt“. Für Berlin liegen erstmals umfassende Daten zur Verteilung von Umweltbelastungen in den einzelnen Stadtquartieren vor. Kiezscharf werden die fünf Kernindikatoren Lärmbelastung, Luftschadstoffe, Bioklimatische Belastung, Grün- und Freiflächenversorgung und Soziale Problematik erfasst. Umweltgerechtigkeit verfolgt das Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden und zu beseitigen. Menschen mit geringem Einkommen und niedriger Bildung sind in Deutschland oft höheren Gesundheitsbelastungen durch Umweltprobleme ausgesetzt als Menschen, die sozial besser gestellt sind, lautet die Grundannahmen des Gedankens.

Die Broschüre „Die umweltgerechte Stadt“ basiert auf den Ergebnissen einer Untersuchung, die in dem 450-seitigen „Basisbericht Umweltgerechtigkeit“ veröffentlicht wurden. Die Broschüre sowie alle weiteren Dokumente sind im Internet allgemein zugänglich. Der Bericht ist von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in enger Kooperation mit dem Umweltbundesamt, mehreren Universitäten und externen Planungsbüros erstellt worden. Er soll eine wichtige Grundlage für ressortübergreifend Strategien und Maßnahmen der Senatsverwaltungen und Bezirke sein, um ungleiche Umweltweltbelastungen zu verringern oder zu vermeiden. „Die Daten liefern eine wertvolle Arbeitsgrundlage, um gezielt gegen gehäufte Umweltbelastungen vorzugehen. Mit der umfassenden und jetzt veröffentlichten Analyse zur Umweltgerechtigkeit ist ein wichtiger Schritt gemacht“, kommentierte Tidow.

Mehrere Bezirke haben bereits mit der Entwicklung von Modellprojekten begonnen, teilte die Umweltverwaltung weiterhin mit. Pankow habe eine übergreifende Mobilitätsstrategie auf den Weg gebracht. Mitte wolle umweltgerechte Aspekte in das Projekt „Green Moabit“ einfließen lassen. Charlottenburg-Wilmersdorf untersuche, welche bau-, förder- und verwaltungsrechtlichen Möglichkeiten zur Herstellung von mehr Umweltgerechtigkeit genutzt werden können. In Tempelhof-Schöneberg habe im Sommer 2018 ein Pilotversuch begonnen, der darauf abzielt, die Luftbelastung durch die Förderung des Fuß- und Radverkehrs zu verringern.

=Christian Kölling=