Quartiersmanagement Schillerpromenade stellt Aktionsplan zur Verstetigung des QM-Gebietes vor

Um Stadtteile zu stabilisieren, die in Gefahr sind, von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden, wurde 1999 in verschiedenen Berliner Kiezen – u. a. im Gebiet Schillerpromenade – das Pilotprojekt „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ als Vorläufer des späteren Quartiersmanagements initiiert. Hohe Arbeitslosigkeit, nicht funktionierende Nachbarschaften, unzureichende Integration sowie Anzeichen der Verwahrlosung des öffentlichen Raumes begründeten damals den besonderen Entwicklungsbedarf des Gebietes.

Nach 21 Jahren wird das Quartiersmanagement im Schillerkiez, wo heute über 20.000 Menschen in Nähe des Tempelhofer Felds leben, zum Dezember 2020 in seiner bisherigen Form beendet. Das QM-Gebiet wird verstetigt, wie es in der Sprache der Planer heißt. „Vieles wurde in den letzten zwei Jahrzehnten erreicht, jedoch ist noch einiges an Themen und Problemen offen“, räumt QM-Manager Gunnar Zerowsky ein. Augenfällig haben sich z. B. die Verkehrsströme im Wohngebiet an besonders attraktiven Stelle geändert und steigende Mieten forcieren die Verdrängung kleiner Gewerbe, sozialer Projekte sowie einkommensarmer Bewohnerinnen und Bewohner.

Zerowsky (l.) und sein Team stellten deshalb bei einer Stadtteilkonferenz am Sonnabend in der Jugendeinrichtung „Kinderwelt am Feld“ den Aktionsplan zur Verstetigung des QM-Gebietes der Öffentlichkeit vor. Der Plan entstand in einem halbjährigen Beteiligungsverfahren zwischen Juli und Dezember 2018 unter Einbeziehung aller relevanten Akteure und Träger im Stadtteil. Der Aktionsplan wurde im November 2018 vom Quartiersrat und am 12. Februar 2019 vom Bezirksamt Neukölln beschlossen.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste Jochen Biedermann, die mit den Leitern des Tiefbauamtes und des Stadtentwicklungsamtes zur mehrstündigen Informationsveranstaltung mit integrierter Workshop-Phase gekommen waren, begrüßten die Veranstaltungsteilnehmer, ebenso wie Dr. Sandra Obermeyer, Abteilungsleiterin für Wohnungswesen, aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Wie kann die Bürgerbeteiligung dauerhaft gesichert werden? Was ist auf den ehemaligen Friedhofsflächen geplant? Welche Maßnahmen sind erforderlich, damit die soziale Infrastruktur im Kiez erhalten, das gesellschaftliche Miteinander angenehmer, der Verkehr sicherer und die Aufenthaltsqualität weiter verbessert wird? Der knapp 30 Seiten starke Aktionsplan 2019 – 2020 soll Antworten auf diese und ähnliche Fragen geben sowie die geeigneten Maßnahmen zur Lösung der Probleme benennen.

Am 20. Juni lädt das QM Schillerpromenade zum Kiezfest „20 Jahre Quartiersmanagement“ auf den Herrfurthplatz ein. Kontakt: Tel. 030 / 621 16 02 oder info@quartiersmanagement.de.

=Christian Kölling=