Neuköllns Umweltstadtrat schlägt Mindestquote für Stadtgrün vor

„Berlin benötigt eine definierte grüne Infrastruktur, die, wie auch andere notwendige Versorgungsnetze, nicht einfach durch andere Planungen überschrieben werden kann. Die heute als selbstverständlich erachteten Freiflächen sind ein Geschenk der besonderen Geschichte Berlins, wir stehen in der Pflicht, diese zu erhalten. Wenn die Charta für das Berliner Stadtgrün nur unverbindlich den Status Quo festschreiben sollte, braucht Berlin eine solche Charta nicht.“

Das sind Auszüge aus einer gemeinsamen fünf-seitigen Stellungnahme von Naturschutzverbänden, die am vergangenen Donnerstagabend im Beisein des Umweltstaatssekretärs Stefan Tidow der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Dr. Andreas Faensen-Thiebes vom BUND Berlin, Ulrike Kielhorn vom NABU Berlin sowie Manfred Schubert von der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz antwor-teten mit ihren Redebeiträgen auf ein Impulspapier der Charta für Stadtgrün. Ursula Renker, Gruppenleiterin „Gestaltung des öffentlichen Grüns“ in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima hatte es erstellt, um eine Diskussion in Gang zu bringen. Eine erste Onlinebeteiligung zur Charta Berliner Stadtgrün startete im Oktober 2018 und ist inzwischen abgeschlossen. Eine zweite Beteiligungphase ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen. Zusätzlich werden Fachkolloquien und thematische Workshops durchgeführt.

Zu den über 200 Gästen, die zur Diskussion in die alte Zollgarage auf das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof gekommen waren, gehörte auch Bernward Eberenz (r.), Bezirksstadtrat für Umwelt- und Naturschutz in Neukölln. Er schlug zum Abschluss der Veranstaltung – als auch Fragen und Redebeiträge des Publikums zugelassen waren – vor, dass eine quartiersbezogene Mindestquote von 6 Quadratmetern Grünfläche pro Einwohner verbindlich festgelegt werde solle. So könne auch in dichtbesiedelten Kiezen, wie beispielsweise im Norden Neuköllns, etwas Stadtgrün gesichert werden.

In der zweiten Jahreshälfte ist der Beschluss der Charta durch Senat, Rat der Bürgermeister und Berliner Abgeordnetenhaus geplant.

=Christian Kölling=

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