Entwicklungspolitischer Ratschlag fordert städtische Erinnerungskultur

Mehr Engagement bei der Aufarbeitung des deutschen Kolonialerbes – insbeson-dere in der Beziehung zu Namibia – fordert der Entwicklungspolitische Ratschlag (BER) vom Berliner Senat in der Januar-Ausgabe seines Newsletters. Obwohl im Koalitionsvertrag die die Bearbeitung der Kolonialgeschichte als Aufgabe genannt werde, sei die Städtepartner-schaft zwischen Berlin und Windhoek gegenwärtig noch nicht Handlungsfeld städtischer Erinne-rungskultur, kritisiert die auf dem Kindl-Areal ansässige entwicklungspolitische NGO.

Ein ungefähr 12 mal 10 Meter großes Plakat mit einem Totenschädel und der Aufschrift „In Memoriam Herero and Nama – No Amnesty on Genocide“ hatte erst im Herbst 2018 an der Fassade des Berlin Global Village, wo der BER sein Büro hat, für Aufsehen gesorgt.

„Es hat von 2013 bis 2018 jedes Jahr abhängig von den verfügbaren Mitteln und Projekten Aktivitäten im Kontext der Städtepartnerschaft Berlin – Windhuk gegeben. Es wurden Projekte namibischer Künstler, Schüleraustausch und die Zusammenarbeit in der Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt“, hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller auf eine Schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Sebastian Walter geantwortet. Eine vollständige Auflistung aller Aktivitäten steht auf der Webseite der Senatskanzlei.

Der BER kritisiert dagegen, dass 2018 nur 9.500 Euro im Projektbudget der Städteverbindung zur Verfügung standen. „Wir hoffen, dass sich das 2020 ändert“, resümiert die Nichtregierungsorganisation und erin-nert an das bevorstehende 20-jährige Partnerschafts-Jubiläum im nächsten Jahr. In Neukölln thematisierte den deutschen Kolonialismus in Afrika zuletzt die Wanderausstellung „Verdrängte Geschichte – Spuren kolonialer Vergangenheit in Neukölln“, die im Herbst in der Helene-Nathan-Bibliothek zu sehen war.

=Christian Kölling=

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