Richtfest im Rollbergviertel

Auf insgesamt 55.500 Wohnungen soll der Bestand der städtischen Wohnungsbaugesell-schaft Stadt und Land bis 2026 durch Neubau und Ankauf wachsen. Derzeit befinden sich nach Angaben des Unternehmens etwa 2.400 Wohnungen im Bau. Das Richtfest für 101 Wohnungen mitten im Norden Neuköllns wurde am Montagvormittag gefeiert:

Zwischen Briesestraße 19 und Kienitzer Straße 26 sollen auf einem rund 3.300 Quadratmetern großen Grundstück, wo früher ein schmuckloses und kaum genutztes Parkhaus stand, insgesamt 77 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, 17 Atelier-wohnungen und sieben Wohnungen mit zusätzlichen Gemeinschaftsflächen für Wohngemeinschaften bis zum Jahr 2020 entstehen. Laubengänge und ein begrünter Hof als Mittelpunkt der Anlage sollen die Kommunikation zwi-schen den Bewohnern fördern. 30 Prozent der neuen Mietwohnungen werden mit Fördermitteln des Landes Berlin errichtet. Die Miete beträgt hier 6,50 Euro (netto/kalt) pro Quadratmeter; 70 Prozent werden vereinbarungsgemäß unter 10 Euro (netto/kalt) vermietet.

„Wir feiern heute Richtfest für ein beispielhaftes Projekt innerstädtischer Nachverdichtung. Dieses Ensemble vereint verschiedene Wohnnutzungen für unterschiedliche Bedürfnisse und fördert Lebendigkeit und Miteinander seiner Bewohnerinnen und Bewohner“, würdigte Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, den Neubau. Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, lobte den Entwurf des Büros EM2N Architekten, der den Wettbewerb „Urban Living – Neues Wohnen an der Briese für sich entschieden hatte: „Das Haus überzeugt durch seine anspruchsvolle Ästhetik und seine Nutzungen. Es ist hier gelungen in sehr sensibler Art und Weise eine ganz eigenständige Form des städtischen Wohnens im Rollbergkiez zu schaffen.“

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum könne nur gleichzeitig durch Zukauf und Neubau verringert werden, erklärte Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste in Neukölln. „Dieses Neubauprojekt zeigt, dass wir auch in dichtbesiedelten Gebieten noch Flächen finden können. Es ist ein echter Gewinn für den Rollbergkiez“, fügte er hinzu. Ingo Malter, Geschäftsführer bei Stadt und Land betonte: „Wir streben die Nachverdichtung mit Wohnungsbau in kompakter bebauten Stadtbereichen an, wo immer es möglich und machbar ist. So können wir nicht nur weitere, bezahlbare Wohnungen anbieten, sondern auch – wenngleich in bescheidenem Um-fang – zur Stadtreparatur beitragen.“

Mathias Müller dankte für EM2N Architekten, die sich bei ihrem Entwurf u. a. von der Siedlung Brahmshof in Zürich inspirieren ließen: “Wir freuen uns, dass an diesem Ort unsere Vision modernen städtischen Lebens realisiert wird. Das Haus soll wie ein Schlüssel zwischen die Gründerzeit-Bauten an der Karl-Marx-Straße und die Neubauten des Rollbergviertel passen.“

=Christian Kölling=