„Ich hoffe, dass auf Franziska Giffey noch viele Frauen als Bezirksbürgermeisterin in Neukölln folgen“

Gestern vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Ein Meilenstein in der Geschichte der deutschen Demokratie und ein Grund zu feiern. Bezirksbür-germeister Martin Hikel und die Gleichstellungs-beauftragte Sylvia Edler  luden deshalb Frauen und Mädchen aus Neukölln gestern Nachmittag zu Hip Hop und Rap in das Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ein, wo Leila A., Alice Dee und DJ Gizzel & Fizzel in einem männerdominierten Musikgenre viel Frauenpower auf die Bühne brachten.

Geschlechtergerechtigkeit fängt im Kopf an. Wir sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung!“, rief Edler die Anwesenden auf, sich für gleiche Rechte und für ein Ende der Gewalt gegen Frauen einzusetzen. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen gilt weltweit als eine der häufigsten Menschen-rechtsverletzungen – der Schutz vor Gewalt ist eines der wichtigsten Ziele“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirkes: „Die Gleichstellung von Frauen ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Frauen haben bei Qualifikation und Bildung aufgeholt, liegen in vielen Bereichen vor den Männern. Trotzdem verdienen Frauen insgesamt 21 Prozent weniger als Männer und haben im Schnitt knapp 60% weniger Alterseinkünfte.“

„Mitbestimmung und aktive Freiheit kann es nur geben, wenn Ihr Euch einbringt! Denn ohne Frauenpolitik gibt es keine Gleichstellung“, appellierte auch Hikel und erinnerte an die SPD-Politikerin Marie Juchacz, die als erste Frau in Deutschland am 19. Februar 1919 eine Rede vor einem demokratisch gewählten Parlament hielt. „Frauen sind in den Führungspositionen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch immer selten anzutreffen. obwohl sie in der Schule oft bessere Noten haben“, sagte Hikel. Zwar seien 42 Prozent der Bezirksverordneten inzwischen Frauen, aber, so Hikel, „nur eine Frau ist in der Geschichte Neuköllns auch Bürgermeisterin geworden. Ich hoffe, dass auf Franziska Giffey noch viele Frauen als Bezirksbürgermeisterin in Neukölln folgen.“

=Christian Kölling=