Steigende Mieten: Es brodelt in der Gropiusstadt

Was können die Mieter der Gropiusstadt sich von der Aufstellung einer Umstrukturierungsverordnung erhoffen, die das Bezirksamt Neukölln wenige Tage vor Weihnachten für große Teile der Großsiedlung auf den Weg brachte? Auf der Einwohnerversammlung „Steigende Mieten in der Gropiusstadt“, die am Dienstagabend im Gemeinschaftshaus am U-Bahnhof Lipschitzallee stattfand, gaben Stadtent-wicklungsstadtrat Jochen Biedermann, der Leiter des Stadtplanungsamtes Rolf Groth sowie die Mitarbeiter der Landesweiten Planungsgesellschaft mbH (LPG) und der Mieterberatung Prenzlauer Berg GmbH, die seit August letzten Jahres in der Gropiustadt tätig ist, erste Informationen zu einem schwierigen Thema.

„Im Umstrukturierungsgebiet der Gropiusstadt werden Baumaßnahmen nach dem Stichtag 21.12.2018 nur noch dann genehmigt, wenn es einen Sozialplan gibt, der den sozialverträglichen Ablauf sichert“, lautete die Kernbotschaft des Abends. „Modernisierungsvor-haben können wir damit zunächst für ein Jahr zurückstellen“, erklärte Bezirksstadtrat Biedermann. Außerdem wurde ausführlich dargestellt, warum das Bezirksamt für die Gropiusstadt das Instrument der Umstrukturierungsverordnung wählte und nicht ein weiteres Milieuschutzgebiet einrichtete.

Ansonsten gab es – insbesondere zu laufenden und abgeschlossene Modernisierungen – viele Fragen, aber nur wenig konkrete Antworten. „Ich wohne seit 40 Jahren in der Gropiusstadt. Solche Mieterhöhungen habe ich noch nicht erlebt“, klagte eine Mieterin und bekam dafür viel Zuspruch im Saal. „Autsch!“, ging ein Stöhnen durch die vollbesetzten Reihen, als ein Mieter der Deutschen Wohnen berichtete, dass seine Miete nach der Modernisierung um 385 Euro gestiegen sei. Viel Kritik wurde auch am Vermieter Gropiuswohnen geübt, u. a. von Mietern des Hauses Walter-May-Weg 10.

Einberufen wurde die Einwohnerversammlung sowohl auf Antrag der Gropiusstädterin Ilona Vater von der Mieterinitiative Löwensteinring 23/25 als auch mit einem einstimmigen Beschluss der Bezirksverord-netenversammlung. BVV-Vorsteher Lars Oeverdieck war gekommen und konnte neben Verordneten von SPD, Grünen, Linken, AfD und FDP auch Bürgermeister Martin Hikel, der ein Grußwort zur Einwohnerversammlung sprach, begrüßen.

=Christian Kölling=