Stadtteilkita High-Deck kritisiert Stigmatisierung und Diskriminierung

In einem am vergangenen Montag veröffentlichten Offenen Brief hat die Stadtteil-Kita High Deck der Juwo Kita gGmbH sich gegen eine ihrer Ansicht nach einseitige Presseberichterstattung gewandt. „Mit Befremden und großer Besorgnis haben wir die Presse-Mitteilungen der letzten Wochen über die High-Deck-Siedlung verfolgt. Da ist die Rede von ‚Arabisierung‘ und mangelndem Interesse und Engagement der Eltern für ihre Kinder“, schreiben Kitaleiterin Katrin Junge-Herberg und Juwo-Geschäftsführerin Susanne Cokgüngör in ihrem Brief mit Datum vom 12. Dezember 2018.

Viele der arabischstämmigen Eltern seien in Deutschland geboren und sprächen sehr gut Deutsch. Einige wenige seien auch erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Nur ein geringer Anteil der Kinder verstehe überhaupt Arabisch, berichteten Junge-Herberg und Cokgünkör von ihren Alltagserfahrungen in der Kita. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Unsere Eltern sind engagiert und sehr am Bildungserfolg ihrer Kinder interessiert. Gegenseitiger Respekt und gegenseitiges Vertrauen sind für uns wichtige Grundlagen einer Erziehungspartnerschaft. Wie bei den Kindern, sehen wir auch bei den Eltern viele Ressourcen, die wir aktivieren können. Wenn Eltern Selbstwirksamkeit ermöglicht wird, sind sie offen und engagiert und beteiligen sich aktiv.“

Dass es auch Probleme gibt, wollen Kitaleitung und Geschäftsführung der Juwo-Kita gGmbH allerdings nicht grundsätzlich leugnen und räumen ein: „Bis heute fehlen in der Siedlung hunderte Kitaplätze. Es ist richtig, dass viele Familien in zu kleinen Wohnungen leben. Die Kinder werden häufig unzureichend gefördert, sie sind dem Medienkonsum der Erwachsenen ausgesetzt und haben kaum Platz zum Spielen oder für die Hausaufgaben.“ Die Berichterstattung über die High-Deck-Siedlung erschwere es aber den Eltern, Vertrauen in die Schule und da-mit in deutsche Institutionen zu entwickeln, wird in dem Schreiben resümiert:. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Entwicklung der Kinder nur gemeinsam mit den Eltern gelingen kann. Nach unserer Erfahrung wollen alle Eltern das Beste für ihr Kind.“

=Christian Kölling=