Bis morgen wieder am Richardplatz: Weihnachtlicher Budenzauber mit internationalem und karitativem Flair

15 kleine Stände und ein Lautsprecherwagen bildeten 1972 den ersten Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt, der inzwischen zu einer über alle Grenzen hinaus bekannten Institution im Veranstaltungskalender des Bezirkes geworden ist. „Ich bin ein bisschen neidisch auf diesen Weihnachtsmarkt. Er ist ein deutliches Zeichen des sozialen Zusammenhalts“, sagte Petr Hájek, Bürgermeister von Neuköllns Partnerstadt Usti nad Orlici gestern Abend zur Eröffnung des 46. Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarktes auf der großen Musikbühne am Richardplatz, wo die Big Band des Albert-Einstein-Gymnasiums zum Auftakt spielte. Die tschechische Kreisstadt richtet selbst einmal jährlich ein großes Stadtfest mit internationalen Gästen aus und ist regelmäßig beim Strohballenrollen in Rixdorf mit Mannschaften vertreten.

230 weihnachtlich geschmückte, einheitlich mit großen Petroleumlampen beleuchtete Buden sind noch heute und morgen auf dem Richardplatz und in den anliegenden Seitenstraßen aufgebaut. „Ausschließlich soziale Organisationen und Projekte, die an ihren Ständen etwas verkaufen, können am Kiez-Weihnachtsmarkt teilnehmen. Es muss erkennbar sein, dass sie für den guten Zweck arbeiten“, erläuterte mir Christian Bärmann, der im Rathaus Neukölln für die Organisation des Marktes zuständig ist. Ein regelmäßiger Marktteilnehmer der ersten Stunde ist die Regionalgruppe der Menschenrechtsorgani-sation Amnesty International, die neben ihren politischen Informationen auch selbstgebackene Kekse am Stand anbietet. Weitere Stammgäste sind u. a. der VfJ Berlin, ein großer Träger der Berliner Behindertenhilfe, das Unionhilfs-werk, der Städtepartnerschaftsverein Freunde Neuköllns ebenso wie das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk (THW), das für das Befüllen und die Ausgabe der Petroleumlampen zuständig ist und den Markt in vielfältiger Weise bei technischen Belangen unterstützt.

Die Standgebühren, die nach wirtschaftlicher Leistungs-fähigkeit gestaffelt sind und zur Finanzierung der Organisation erhoben werden, beginnen für alle drei Tage bei 120 Euro. Im vergangenen Jahr zahlten die Standbetreiber durchschnittlich 220 Euro. Hinzu kommen Gebühren für die Petroleumlampen und ggf. für Pfandgläser, sofern Glühwein, Punsch oder andere Getränke verkauft werden.

Nachdem Bezirksbürgermeister Martin Hikel zusammen mit Dr. Christian Nottmeier, dem Super-intendenten des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln, den Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet hatte, besuchte er bei einem Rundgang unter anderem den Stand der Neuköllner Partnerstadt Wetzlar. Ein Stand Horní Cermnás, dem Ort, aus dem die ersten böhmischen Glaubensflüchtlinge 1737 nach Rixdorf kamen, befindet sich in der Kirchgasse im Böhmischen Dorf, nahe dem Denkmal für König Friedrich Wilhelm I., der die Ansiedlung böhmischer Exulanten in Berlin gestattete.

Rund 35.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Richardplatz, um den Alt-Rixdorfer Weihnachts-markt und das Programm auf der Bühne zu erleben. Wenn das Wetter günstig ist, können es in diesem Jahr ähnlich viele werden.

=Christian Kölling=

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