„Die größte Anlage steht in Brasilien, danach folgt das Traditionswerk am Britzer Verbindungskanal“

Mit Kaffee und Tee-Produkten ist Jacobs Douwe Egberts (JDE) in über 45 Ländern auf der ganzen Welt vertreten. An der Chris-Gueffroy-Allee in Neukölln steht bereits seit 1961 ein großes Werk des Unternehmens. Hier werden Vakuum-Packungen mit der „Krönung“ und seit 2004 verschiedene Tassimo-Produkte hergestellt. Auch Dallmayr produ-ziert fast um die Ecke in der Haberstraße, sodass Neukölln in der Kaffeeproduktion eine ganz große Adresse ist. Am Dienstag vergangener Woche kamen die Bezirksverordneten des Wirtschaftsausschusses für ihre 20. öffentliche Sitzung bei Jacobs Douwe Egberts zusammen.

„Weltweit verfügt JDE über 25 Werke, davon 16 in Europa. Die größte Anlage steht in Brasilien, danach folgt das Traditionswerk am Britzer Verbindungskanal, wo es Erwerbsarbeit im Umfang von 384 Vollzeitäquivalenten gibt“, stellte JDE-Werksleiter Andreas Zeitlhofer (r.) die Basisdaten des Betriebes vor: „80 Prozent der Tassimo-Produkte kommen aus Neukölln“, fügte Zeitlhofer hinzu. „Rund Zweidrittel der Arbeit fallen bei ihrer Herstellung an, während die Produktion der Filterkaffee-Packungen weitgehend automatisiert ist.“

1993 ging das Unternehmen, das im Neuköllner Industriegebiet einen Gleisanschluss hat, mit dem Einsatz eines Kaffee-Logistikzuges mit gutem Beispiel voran, um die Zahl der Lkw-Fahrten zu reduzieren. Noch heute wird Kaffee per Bahn mit zwei bis drei Zügen pro Woche in das Berliner Röstkaffeewerk transportiert. Jacobs Douwe Egberts hat eine betriebliche Nachhaltig-keitsstrategie, zu deren Zielen die Verringerung des CO2-Fußabdrucks und die Abfallreduzierung ebenso und die Förderung des fairen Handels gehören  „Wir können die ‚Krönung‘ aber nicht fair und nachhaltig produzieren. Eine Umstellung gibt der Markt nicht her“, schränkte JDE-Manager Peter Dormann ein.

Bevor Zeitlhofer und Dormann die Bezirksverordneten in zwei Gruppen durch das Werk führten, wurde schließlich auch die Ausbildungssituation im Neuköllner Werk angesprochen. JDE sucht ab September 2019 Auszubildende für Industrie-mechanik sowie Elektronik und nahm am in der vergangenen Woche am Tag des offenen Unternehmens teil, um Interesse für diese Ausbildungsberufe zu wecken und der Konkurrenz durch BMW und Siemens zu begegnen.

Eine gute Nachricht für JDE und andere Firmen im größten Industriegebiet des Bezirks gab es im zweiten Tagesordnungspunkt der Sitzung des BVV-Ausschusses: Die Nobelstraße wird – inklusive Schienenerneuerung – durch das Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ auf 375 Meter ertüchtigt. Beein-trächtigungen für die Industriebahn wird es wahrscheinlich nur an zwei Wochenenden geben.

=Christian Kölling=