„Ötzi – Der Mann aus dem Eis“: Berlin-Premiere im Schloss Britz

Vor bald drei Jahrzehnten, im September 1991 wurde in den Öztaler Alpen auf 3.200 Metern Höhe zwischen Österreich und Italien die mumifizierte, über 5.000 Jahre alte Leiche eines Mannes gefunden, der bald den Spitznamen „Ötzi“ erhielt. Ein sensationeller Fund: So ein gut erhaltener Leichnam war – samt Ausrüstungsgegen-ständen aus der Jungstein-zeit am Übergang zur Kupferzeit – noch nie gefunden worden! Heute ist Ötzi die wohl bestuntersuchteste Mumie der Welt.

Das Schloss Britz präsentiert jetzt in Zusammenarbeit mit dem Neanderthal Museum und GEO die Geschichte der legendären Gletscherleiche in der Ausstellung „Ötzi – Der Mann aus dem Eis“ erstmals in Berlin. „Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine lebensechte Figur des Ötzi samt Kleidung und Ausrüstung. Er wurde erstmals 1996 detailgetreu von der renommierten Demoplastikerin Elisabeth Daynès rekonstruiert“, erläuterte Christian Schnell bei einer Pressevor-besichtigung am Freitag. „Auch die gesamte bei der Mumie gefundene Ausrüstung wurde Schritt für Schritt aus Originalmaterialien nachgebaut und zuletzt 2015 auf Grund der aktuellsten Forschungsergeb-nisse erneuert“, fügte der Archäologe hinzu.

Mittlerweile weiß man, dass Ötzi offensichtlich keines natürlichen Todes starb. Röntgenaufnahmen zeigen in seiner linken Schulter eine Pfeilspitze, die ihn von hinten getroffen haben muss. Abwehrverletzungen und die Verwundung durch einen Pfeilschuss geben deutlich Auskunft über die von Gewalt geprägten letzten Stunden eines Mannes auf der Flucht. „In seinen letzten Tagen hat sich Ötzi längere Zeit in den Hochalpen aufgehalten. Darauf lassen sein Darminhalt und mit der Nahrung aufgenommene Pollen verschiedener Vegetationszonen schließen“, erläuterte Schnell. Ein Raubmord könne wohl ausgeschlossen werden, denn Ötzi hatte – neben einem Rehleder-Köcher, 14 Pfeilen, Bogen, diversen anderen Werkzeugen und Materialien zum Feuermachen – auch eine seltene und wertvolle Kupferaxt bei sich.

Die Ausstellung „Ötzi – Der Mann aus dem Eis“ wird morgen um 18 Uhr eröffnet und ist bis zum 17. Februar 2019 im Schloss Britz zu sehen; Öffnungszeiten: Di. – So. 11 – 18 Uhr (Sondertermine für Kitagruppen und Schulklassen nach Anmeldung unter Tel. 030 – 60 97 92 30), Eintritt: 5 Euro, erm. 3 Euro, Schülerinnen und Schüler 1 Euro.
Sonntags um 12 Uhr und nach Vereinbarung (ab fünf Teilnehmer) werden Führungen durch die Ausstellung angeboten (zzgl. 3 Euro).

=Christian Kölling=