Wo soll das Stadtteilzentrum Rixdorf entstehen?

Richardplatz oder Wörnitzweg? Der Bezirk Neukölln will in Rixdorf ein Stadtteilzentrum errichten, das für die Stadtteil- und Nachbarschaftsarbeit im Quartier eine Ankerfunktion übernehmen soll. Das Zentrum soll Raum für offene Begegnungen bieten sowie offene Nachbarschaftsangebote und selbst-organisierte Initiativen unterstützen. Anwohner und Fachämter des Bezirksamtes konnten erstmals ihre Ideen für den Bau des Stadtteilzentrums Rixdorf bei zwei Veranstaltungen im September einbringen. Das Planungsbüro AG URBAN stellte nun die vorläufigen Ergebnisse seiner Machbarkeitsstudie vor.

„Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, deswegen sind alle Gäste aufgerufen, weitere Ideen und Kritik zu äußern“, rief Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann im Saal der Brüdergemeine am vergangenen Dienstagabend zur Beteiligung auf. Kontrovers diskutierten die rund 30 Anwesenden vor allem darüber, ob das Stadtteilzentrum am Richardplatz auf einer Brachfläche vor der Richard-Schule oder am Rand der Verkehrsschule gebaut werden soll, die im Kiez zwischen Böhmische Straße, Wörnitzweg, Wilhelm-Busch-Straße und Treptower Straße liegt. An beiden potenziellen Standorten würden die bisherigen Nutzungen erhalten bleiben, versicherten die Planer von AG URBAN. Drohende Einschränkungen des Betriebs der Jugendverkehrsschule während der Bauphase konnten sie allerdings nicht ausschließen. Würde das Stadtteilzentrum auf dem Schulgelände am Richardplatz errichtet, sei nicht auszuschließen, dass die Schulverwaltung eines Tages für die Richard-Grund-schule Platzansprüche im Haus geltend machen könnte.

Siegfried Müller, Polizeihauptkommissar a. D. und als Vorsitzender des Fördervereins der Jugendverkehrs-schulen Neukölln ein Urgestein der Verkehrserziehung im Bezirk, erinnerte an die besondere Bedeutung der Verkehrsschule am Wörnitzweg, die im vergangenen Jahr circa 20.000 Kinder besuchten. Der Betrieb dürfe nicht unterbrochen werden, auch nicht für wenige Monate. Richardkiez-Anwohner Michael Anker forderte, dass das Stadtteilzentrum am Richardplatz an zentraler Stelle gebaut werden sollte, um eine Baulücke zu schließen und um deutlich zu machen, dass der Platz nicht nur für Touristen da sei. Die Befürworter des Standortes am Wörnitzweg wiesen auf hohe Synergieeffekte hin, die die Nähe von Brüdergemeine, Kita, Jugendverkehrsschule und Nachbarschaftsheim böten. Zweitens ermögliche der Ort eine höhere bauliche Flexibilität als das Brachgelände am Richardplatz.

Nun wird die Bezirksverordnetenversammlung über den Bau des Stadtteilzentrums Rixdorf beraten, bevor eine finale Studie erstellt und das Bezirksamt letztendlich entscheiden wird.

=Christian Kölling=

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