Neuköllner Superintendent plädiert für Reformationstag als Feiertag auch in Berlin

Mit einem Gottesdienst am Reformationstag erinnerte die evangelische Magdalenen-kirche am vergangenen Mittwochvormittag daran, dass am 31.Oktober 1517 der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen zur Erneuerung der damaligen Kirche in Wittenberg veröffentlichte. Das Datum markiert den Beginn der Reformation durch Martin Luther sowie die Entstehung der evangelischen Kirche. Es wird auch als Gelegenheit zur Selbstbesinnung der Protestanten verstanden.

Die Predigt hielt der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Neukölln, Dr. Christian Nottmeier. Für ein Grußwort war Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel in die Magdalenenkirche gekommen. „Die zentralen Begriffe der Reformation: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als Nächstenliebe, sind mir als Christ Richtschnur für mein Handeln“, sagte Hikel und würdigte die Reformation als Wegbereiter der modernen Demokratie.

Nottmeier, der zum 500. Jubiläum der Reformation im vergangenen Jahr noch als Pastor der Johannes-Gemeinde Pretoria-Ost in Südafrika gepredigt hatte, erinnerte daran, dass Luther in seinen 95 Thesen u. a. den Ablass der katholischen Kirche kritisierte – ein Geschäft mit der Angst, bei dem sich die Menschen für ein paar Münzen gegen die Qualen des Fegefeuers absichern konnten.

Aufgrund der besonderen Bedeutung der Reformation, die neben der Renaissance und der Französischen Revolution zu den wichtigsten politischen und geistesgeschichtlichen Ereignissen beim Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit gehört, war der 31. Oktober 2017 einmalig in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Der Superintendent des Kirchenkreises Neukölln hob hervor, dass der Reformationstag in den östlichen Bundesländern – mit Ausnahme Berlins – schon länger ein gesetzlicher Feiertag ist. Auch in Berlin, plädierte Nottmeier, solle der Reformationstag ein Feiertag werden, wie er es seit diesem Jahr in den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg bereits ist.

Im Anschluss an den Gottesdienst in der Magdalenenkirche, die 1879 gebaut wurde und seitdem eine große Orgel besitzt, gab es bei einem kleinen Empfang noch die Gelegenheit für Begegnung und Gespräche.

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Der Reformationstag war auch in Berlin ein besonderer Tag wir gingen gemeinsam mit unsern Lehrern geschlossen von der Grundschule in der jetzt Silbersteinstraße,früher Knesebeck Straße , zum Reformationsgottesdienst in die Philipp Melanchthon Kirche, Kranoldstraße. Das wiederholte sich jedes Jahr bis wir dann in andere Schulen kamen.
    Ich bin jetzt 81 und erinnere mich leider nicht mehr daran ob auch die Geschäfte geschlossen hatten.

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