Stiftung plant zwei Neubauprojekte für gemeinnützige Initiativen in Neukölln

Das Erscheinungsbild der Hermannstraße in Höhe des U-Bahnhofs Leinestraße wird sich bald stark ändern, denn für die Flächen der drei Friedhöfe St. Thomas (neu), Jerusalemskirchhof V und St. Jacobi, gab der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) im Jahr 2015 ein Gutachten zur Nutzungsänderung, das „Integrierte Friedhofsent-wicklungskonzept“ in Autrag.

Nachdem der Bundesverband Deutscher Garten-freunde Ende Januar in der Kapelle auf dem St. Thomas-Friedhof erklärt hatte, dass er an der Hermannstraße sein Bundeszentrum bauen wird, lud die Schöpflin Stiftung jetzt an denselben Ort ein, um ihre Ambitionen vorzustellen.

Auf dem Friedhof Jerusalem V plant die Stiftung aus Lörrach zwei Neubauprojekte: Zunächst die „Spore-Initiative“ und später das „Haus des gemeinnützigen Journalismus“. Schräg gegenüber des zukünftigen Baugrundstückes, das vom EVFBS erworben wurde, präsentierten Tim Göbel, Geschäftsführer der Stiftung, und Stifter Hans Schöpflin am Montagabend im Beisein des Neuköllner Stadtentwicklungsstadtrates Jochen Biedermann die Entwürfe eines Archtiketenwettbewerbs. Den Realiserungswettbewerb für das Spore-Haus mit einem Ideenteil für das Haus des gemeinnützigen Journalismus gewann das Büro aff-architekten.

Die Spore-Initiative soll Plattform und Kreativraum für Umwelt- sowie Nachhaltigkeitsthemen sein. Die philantropisch orientierte Initiative, deren Name sich von Sporen – also Fortpflanzungszellen z. B. von Pilzen, die sich zu einem neuen Organismus entwickeln – ableitet, widmet sich der Frage, wie Natur und Kultur in Einklang gebracht werden können. Lokal, regional und international wirkende Künstler, Autoren, Aktivisten und Pädagogen sollen beispielhaft an der Entwicklung eines nachhaltigen und empathischen Zusammenlebens in Neukölln arbeiten.

Mit dem später nebenan geplanten „Haus des gemeinnützigen Journalismus“ sollen Akteure und Projekte aus dem Bereich Journalismus gefördert werden – auch ein gutes Stück jenseits von Auflagen- und Kostendruck. Das Haus ist als ein Ort gedacht, an dem Informationen und Wissen im digitalen Zeitalter verarbeitet und somit Zugänge zu Bildung und Demokratie geschaffen werden. Es soll nach dem Willen der Stiftung ein lebendiges Haus werden, in dem sich etablierte Redaktionen, aber auch Gründungsteams für neue Publikationsformen zusammenfinden.

Architektin Julia Tophof, Vorsitzende der Jury, lobte den Siegerentwurf: „Die Baukörper gehen auf den Ort ein und fügen sich harmonisch in das vorhandene Stadtbild. Auch die Leuchtfeuermasten des früheren Flughafens wurden integriert.“ Heute ist der Zauberkönig noch an der Stelle, wo einmal ein transparentes vierstöckiges Klinkerstein-Gebäude auf 2.500 Quadratmetern Raum bieten wird.

Eine Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge wird noch bis zum 31. Oktober im Keller der Kapelle des St. Thomas-Friedhofs am Café 21 gramm in der Hermannstraße 179 gezeigt; Öffnungszeiten: Di. – Fr. 10 – 19 Uhr.

=Christian Kölling=

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