„Was läuft eigentlich im Rathaus?“

Der Bezirk Neukölln verfügt über hervorragende sozial-raumorientierte Strukturen. Expertinnen und Experten der Grundbildung erörterten am vergangenen Donnerstag im Rathaus Neukölln bei einem Fachaustausch, wie sie genutzt und weiterentwickelt werden können, um Erwachsenen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Bildungsstadträtin Karin Korte wies in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der politischen Bildung für den Erhalt der demokratischen Gesellschaft hin. „Was läuft eigentlich im Rathaus?“, viel mehr Erwachsene müssten über Politik besser informiert und an Entscheidungen beteiligt werden, riet Korte den Anwesenden. Anerkennend äußerte sich die Bezirksstadträtin über die gute Resonanz, die der Weltalphabetisierungstag im September in Neukölln fand. Zum Tag der offenen Tür im Lernhaus in der Werbellinstraße seien viele Besucher gekommen, die an den unterschiedlichsten Bildungs-angeboten der Volkshochschule Neukölln sehr interessiert waren.

Urda Thiessen vom Lesen und Schreiben e.V., Antje Schmücker vom Quartiersmanagement Richardplatz Süd und Nikola Amrhein vom Lernhaus der VHS Neukölln diskutierten anschließend darüber, wie die Konzepte der Sozialraumorienterung mit Theorien und Praxiserfahrungen aus der Grundbildung zusammengebracht werden können. Ein gelungenes Beispiel stadtteilbezogener Grundbildungsangebote präsentierte Annelie Cremer-Fries von der VHS Trier. Mit dem Projekt „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ (APAG) entwickelte sie erfolgreich dezentrale Lernmöglich-keiten in verschiedenen Stadtteilen der Moselstadt. Das Trierer Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung ist mit etwa 80 Beteiligten aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik das bundesweit größte Alphabündnis. Zum Vergleich: Dem Alphabündnis Neukölln gehören derzeit rund 50 Mitglieder an.

=Christian Kölling=

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