Black Berlin Biennale streitet für eine dekoloniale Bildungsarbeit und Entwicklungspolitik

Ein ungefähr 12 mal 10 Meter großes Plakat mit einem Totenschädel und der Aufschrift „In Memoriam Herero and Nama – No Amnesty on Genocide“ sorgt augenblicklich auf dem Kindl-Gelände für Aufsehen. Es ist an der östlichen Stirnseite des Verwaltungsgebäudes am Sudhaus angebracht, das im Herbst für einen Neubau weichen muss. Die großformatige Intervention im Stadtraum ist Bestandteil der 3. Black Berlin Biennale For Contemporary Art and Discourse, die Ende August eröffnet wurde und bis Ende Oktober dauert. „In der deutschen Geschichtsschreibung wie auch in der aktuellen Entwicklungspolitik werden Menschen mit afrikanischer Herkunft – insbesondere Frauen – nur unzureichend zur Kenntnis genommen“, erklärte mir Kulturmanager Michael Küppers-Adebisi, der mit seinem Projekt AFROTAK TV cyberNomads 2012 die erste Black Berlin Biennale initiierte.

Seine Ehefrau Adetoun Küppers-Adebisi (l.) stellte die Ausstellung „BLACK WOMANHOOD reLOADED“ zusammen, die derzeit im Berlin Global Village auf dem Kindl-Gelände gezeigt wird. Porträtiert werden 20 schwarze deutsche und afrikanische Frauen in Deutschland, die – meist in Englisch – ihre persönlichen Antworten auf 10 Leitfragen geben. „Die Ausstellung ist Appetizer für das anstehende Buch mit Beiträgen von 100 Afrikanerinnen, schwarzen und Diaspora-Frauen weltweit“, kündigte Adetoun Küppers-Adebisi bei der Eröffnung an. „Afrofuturismus sind Interventionen schwarzer Subjekte in weiß dominierten Räumen. Am Kreuzweg von Kultur und Science Fiction schafft schwarze Kultur durch orale, literarische, visuelle und performative Widerstände eigene Traditionslinien und globale black codes“, erläuterte sie weiter. Anlässlich der Vernissage auf der Etage des Berlin Global Village sang La Toya Spain (l.) aus Nigeria.

Die Ausstellung „BLACK WOMANHOOD reLOADED“ wird bis zum 31. Oktober in der BGV-Galerie (Am Sudhaus 2, 2. Etage) gezeigt; Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 11 – 17 Uhr.

=Christian Kölling=

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