UFO in der Gropiusstadt mit neuem Träger und neuen Angeboten für Jugendliche wiedereröffnet

„Mich hat das UFO gleich begeistert. Dieses große, helle und freundliche Haus ist ein toller Ort für Jugendarbeit.“ Stefan Pester, Kreisbeauftragter für Jugendarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln, freute sich am vergangenen Freitag-nachmittag bei der Feier zur Wiedereröffnung der Jugendfreizeiteinrichtung in der Lipschitzallee  sichtlich auf seine Arbeit im Haus.

Das UFO in der Gropiusstadt war bis März dieses Jahres ein bezirkliches Kinder- und Jugendzentrum. Dann suchte der Bezirk einen neuen Träger für die offene Jugendarbeit mit Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Nach einem Interessenbekundungsverfahren bekam der Evangelische Kirchenkreis Neukölln zum 16. Juli den Zuschlag für die Trägerschaft. Pester, der als kommissarischer Leiter der Einrichtung von Arnd Mechsner unterstützt wird, der im kreiskirchlichen Amt ebenfalls für Jugendarbeit zuständig ist, koordiniert nun das weitgefächerte Angebot für die Teenager aus dem Einzugsgebiet Gropiusstadt, Buckow-Nord und Rudow.

„Ich freue mich, dass wir als evangelischer Kirchenkreis das UFO öffnen können. Wir wollen präsent sein in der Gropiusstadt und der Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken“, sagte Superintendent Pfarrer Dr. Christian Nottmeier in seiner Begrüßungsrede den Gästen, unter ihnen auch der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Bodo Manegold. Ganz unabhängig von Religionszuge-hörigkeit, Hautfarbe, sozialer Herkunft oder Bildung solle die Einrichtung – so wie früher das Haus der Mitte in der Gropiusstadt – allen offen stehen, weil alle Menschen nach dem Bibelwort des Apostel Paulus die Kinder Gottes seien. „Wir haben als Menschen alle einen unvergänglichen Wert. Es lohnt sich, respektvoll miteinander umzugehen“, erklärte Nottmeier. Als Einweihungs-geschenk brachte er eine große Packung voller kleiner Ufos – bunte Oblaten mit Brausefüllung und Fruchtgeschmack – einer Kölner Süßwarenfirma mit. Bezirksstadtrat Bernward Eberenz, der in Vertretung für Jugendstadtrat Falko Liecke gekommen war, dankte dem Kirchenkreis Neukölln, der mit einem nicht unerheblichen Betrag die Jugendeinrichtung mitfinanziert, für sein Engagement. Dem Leiter der Einrichtung übergab er als Gastgeschenk eine Schwarze Johannisbeerpflanze im Topf.

„Ela Herpich kümmert sich um die Mädchenarbeit, Oliver Ernst hat seinen Schwerpunkt im Bereich Sport, Jacob Schnaak wird Breakdance und Graffiti anbieten und Mirjam Blumenschein bringt Medienkompetenz und Erfahrung im interreligiösen Dialog mit“, stellte Pester die vier neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UFOs vor. Der überwiegende Anteil der Personalkosten werde vom Bezirksamt Neukölln refinanziert. „Geplant sind im UFO ein Kreativraum mit einer Nähwerkstatt, ein Technikraum für Robotik, ein Bewegungsraum und eine Siebdruckwerkstatt“, fügte Pester an. „Es wird Musikangebote geben, Crosstraining, Boxen und Aktivitäten nur für Mädchen.“ Bei einem Rundgang durch das Haus konnten bereits der Medienraum mit fünf Computern und der Musikraum mit einer Schwarzlicht-Disco besichtigt werden. „Ich will zuerst unsere Facebookseite akualisieren“, sagte mir Mirjam Blumenschein, die Theologie und Linguistik studierte und als Quereinsteigerin im UFO arbeitet. „Ich könnte auch Yoga anbieten, wenn die Mädchen es wollen“, erklärte Ela Herpich die Philosophie der offenen Jugendarbeit. Sozialarbeiter Jacob Schnaak führte neben der Bühne, auf der gerappt wurde, seine Schablonen für den Graffiti-Workshop vor.

In der Bildungsarbeit wird der neue Träger die bereits bestehenden Kooperationen mit dem Gropiusstadt bildet sich e. V. und dem Campus Efeuweg fortsetzen, die sich mit Hausaufgabenhilfe und Minecraft-Kursen am Angebot beteiligen.

=Christian Kölling=

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