Böhmischer Platz soll dauerhaft autofrei und in Neukölln jährlich ein autofreier Tag gefeiert werden

Initiativen und Nachbarschaften zeigten gestern am internationalen PARK(ing) Day weltweit, wie Straßen und Plätze anders genutzt werden können, wenn auf ihnen ausnahmsweise kein Autoblech steht. Auf dem Böhmischen Platz im Richardkiez wurde zwischen 14 und 22 Uhr vorgeführt, wie der Platz mit Ständen und einem Rollstuhl-Parcours, der für die Situation mobilitätseingschränkter Menschen sensibilisierte, mühelos bespielt werden kann. Neben dem Happening im Herzen Rixdorfs gab es in der Flughafenstraße eine Blitzaktion des Netzwerks Fahrradfreundliches Neukölln (l.), bei der Aktive den Parkstreifen kurzzeitig besetzten. Auch in der Netten Ecke Neckarstraße wollte der Künstlerverein Artistania im Rahmen der berlinweiten PARK(ing) Day-Aktionen einige Parkplätze in temporäre Spielräume verwandeln.

Zur Eröffnung des Festes am Böhmischen Platz war Bezirksbürgermeister Martin Hikel gekommen. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte erst bei ihrer Sitzung am vergangenen Montag mit den Stimmen der rot-grünen Zählgemeinschaft beschlossen, dass sich das Bezirksamt beim Senat dafür einsetzt, in Zukunft regelmäßig zum europaweiten autofreien Tag ein Bürgerfest auf einer der drei Neuköllner Hauptverkehrsstraßen durchzuführen.

Eigentlich sollte der Böhmische Platz schon gestern autofrei sei, aber der vorgesehene Termin für die Aufstellung von Pollern konnte aus rechtsformalen Gründen nicht eingehalten werden. „Bei der Ankündigung der Maßnahme im Amtsblatt hat ein im Straßenrecht gut informierter Bürger Einspruch eingelegt “, teilte Hikel bereits am 29. August in der BVV Neukölln auf eine Mündliche Anfrage des Verordneten Michael Morsbach mit. „Sobald der rechtliche Einspruch aus dem Weg geräumt ist, wird die Maßnahme aber umgesetzt. Planerisch steht dem nichts im Weg“, bestätigte mir Bezirksbürgermeister Hikel gestern auf dem Böhmischen Platz.

=Christian Kölling=

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