1920 als Novum in Deutschland gegründet, seit 1958 auf ehemaligen Äckern des Ritterguts Britz

Lernen mit Kopf, Herz und Hand, gemeinschaftliche Erziehung sowie die Schaffung eines Vertrauens-verhältnisses zwischen Lehrern und Schülern waren drei Prinzipien des Reformpädagogen August Heyn. Schon während der entbehrungsreichen Zeit des Ersten Weltkriegs brachten sie ihn auf die Idee, in Neukölln eine Gartenarbeitsschule zu gründen, in der Jungen und Mädchen die Natur kennenlernen und koedukativ unterrichtet werden sollten. Am 1. April 1920 wurde sie als ein Novum in Deutschland auf einem über 40.000 Quadratmeter großen Areal am Teltowkanal verwirklicht. Weil diese Gartenarbeits-schule, die in der Weimarer Republik viele Nachahmer fand, nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Berlin für einen Bauplatz weichen mussten, wurde 1958 auf den ehemaligen Äckern des Rittergutes Britz die Gartenarbeitsschule Neukölln als legitime Nachfolgerin gegründet. 1995 erhielt sie den Namen des Schulreformers und heißt seitdem offiziell August-Heyn-Gartenarbeitsschule Neukölln (AHGASN).

Gestern Vormittag eröffnete Bildungsstadträtin Karin Korte das Herbstfest zum 60. Jubiläum der Umweltbildungs-einrichtung am Standort Fritz-Erler-Allee in Britz. Zusammen mit Yasmin Mosler-Kolbe (l.), der Leiterin der Gartenarbeitsschule, zeichnete sie die diesjährigen Gewinner des Neuköllner Schulgartenwettbewerbs und des Beetklassenwettbewerbes aus. Schülerinnen und Schüler der benachbarten Bruno-Taut-Schule und der Schule am Regenweiher präsentierten ein kleines musikalisches Rahmen-programm. Darüber hinaus konnten die großen und kleinen Gäste das 3,3 Hektar große Gelände einschließlich Gewächshaus und Schaf-Gehege erkunden, das jedes Jahr rund 40.000 Schülern des Bezirkes ein vielfältiges Angebot bietet. Einblicke in die verschiedenen Unterrichtsprojekte wurden im Haupthaus gegeben. Für Kinder gab es Märchenlesungen in der Jurte sowie viele Angebote zum Spielen und Toben. An zahlreichen Ständen wurden Pflanzen, Honig, Konfitüren, Kräuter, Gewürze, Porzellan, Bilder, Häkelwaren sowie Obst und Gemüse verkauft.

Auch Neuköllns Umweltstadtrat Bernward Eberenz war zur Eröffnung des Jubiläumsfest gekommen, machte mit Yasmin Mosler-Kolbe einen Rundgang über das Gelände der Gartenarbeitsschule und traf u. a. auch ihre Vorgängerin Auguste Kuschnerow (l.), die die Einrichtung 17 Jahre lang bis 2013 geleitet hatte.

Am heutigen Samstag ist das Herbstfest der August-Heyn-Gartenarbeitsschule (Fritz-Reuter-Allee 121) noch einmal von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

=Christian Kölling=

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