„Elvis – das Musical“ wieder in Neukölln zu sehen

Elvis Presley ist einer der größten Kultstars der modernen Musikgeschichte. Er verkaufte geschätzt etwa 2 Milliarden Platten, soviel wie kein anderer Solokünstler auf der Welt. Musik, Gesang und Auftreten des Mannes, dem seine Fans den Beinamen „The King“ gaben, beeinflussten eine ganze Generation weit über die Rock‘n‘Roll-Fangemeinde hinaus. Mit seiner Kleidung hob sich Presley in den konformistischen 1950er Jahren vom seriösen Männerbild deutlich ab. Er nahm sich die Freiheit, Farben zu tragen, die „echte Männer“ damals nicht trugen: Kaugummipink zum Beispiel. Mit einem extravaganten Goldanzug trat Elvis 1959 erstmals auf, und mit körperbetonten Jumpsuits setzte er Ende der 1960er Jahre neue Maßstäbe. Presleys Ruhm als populärster Repräsentant der Popkultur des 20. Jahrhunderts und Symbolfigur des amerikanischen Rock ’n‘ Roll der 1950er Jahre nahm seinen Anfang mit dem Millionen-Hit „Hound Dog“. Der Titel war damals der erste Crossover-Hit, der sich in den verschiedenen Sparten Pop, Country & Western, Rhythm & Blues des US-Musikmarktes gleichzeitig platzierte. Morgen jährt sich der Todestag von Elvis Presley zum 41. Mal.

„Ich wollte meine Leidenschaft für seine Musik auch anderen Menschen in einer realistischen, einfühlsamen Form vermitteln und sie aufrichtig bewegen“, begründet Grahame Patrick Doyle, warum er als Elvis-Double Anfang der 1990er Jahre in Bars und Clubs der kanadischen Stadt Toronto auftrat. Auf einer Party wurde er schließlich von einem Produzenten als Elvis-Doppelgänger entdeckt und bekam noch in derselben Nacht einen Vertrag angeboten. Es folgten zahlreiche Engagements in den USA; mehrere Jahre arbeitete er in Las Vegas. 2004 stand der in Dublin geborenen und aufgewachsene Künstler erstmals mit „ELVIS – Das Musical“ im Estrel in Neukölln auf der Bühne. Seitdem haben ihn über 500.000 Zuschauer als Hauptdarsteller im Estrel, der Hauptspielstätte von „Stars in Concert”, sowie bei internationalen Toúrnen an anderen Veranstaltungsorten gesehen. Jetzt tritt der „beste Elvis-Darsteller seit Elvis“ wieder im Estrel auf. Samstagabend konnte ich die Show besuchen, die selbst schon Kultstatus hat.

In anekdotischen Spielszenen, die durch Originalfilmsequenzen unterstützt werden, ließ die Musical-Aufführung die wichtigsten Stationen im Leben von Elvis Presley über zwei Stunden lang Revue passieren. Das Publikum im gut besetzten Estrel Festival Center folgte der Show von Anbeginn engagiert. Für den Gospel „Peace In The Valley“, der dem Auftaktsong „My Way“ folgte, gab es erste Bravo-Rufe. Beim Titel „That‘s Allright“, dem ersten Elvis-Hit aus dem Jahr 1954, der zunächst nur in Tennessee lokal erfolgreich war, klatschte der Saal mit. Als Grahame Patrick, der eben noch im Blaumann „That‘s Alright“ in der Kulisse des Sun Records Tonstudios gesungen hatte, wenige Minuten später im schlichten schwarzen Anzug und mit anderer Frisur auftrat, kam eine Verehrerin mit einem großen Blumenstrauß zur Bühne. Der gefällige Song „Look Like An Angel“ und die romantische Ballade „Love Me Tender“ aus der Zeit des amerikanischen Sezessionskrieges gehörten ebenso zum Programm, wie der wilde „Jailhouse Rock“ und christliche Gospels. Mit den Titel „Blue Suede Shoes“ und „Bridge Over Troubled Water“ klang der Abend aus. Schwer zu sagen, bei welchem Hit die Begeisterung des Publikums am größten war.

Ed Enoch, Leadsänger der Gospelgruppe „The Stamps Quartett“, der von 1971 bis 1977 bei über 1.000 Konzerten mit Elvis Presley auf der Bühne stand, wurde mit besonderem Applaus bedacht. Robin Scott begeisterte das Publikum mit ekstatischen Solo-Einlagen am Keyboard. Daniel Busch, Leiter der Musikschule Neukölln, spielte mit seiner Posaune in der dreiköpfigen Bläsergruppe. Zusätzliche Authentizität verlieh dem Abend Ed Bonja, der frühere Tour-Manager und Konzertfotograf von Elvis Presley, der den Showproduzenten Bernhard Kurz bei der Entstehung des Musicals mit seinem Insider-Wissen beriet: Bonja, der seit 11 Jahren in Berlin lebt, präsentierte seine Elvis-Fotografien im Foyer des Veranstaltungsraumes.

Die Tribute-Show „Elvis – das Musical“ wird noch bis zum 2. September im Estrel Festival Center Berlin aufgeführt.

=Christian Kölling=

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