Die Stadt als utopischer Montageraum: Ausstellung „Die gefaltete Stadt“ in der Galerie im Saalbau eröffnet

„Das Thema dieser Ausstellung ist hochaktuell“, begrüßte Kulturstadträtin Karin Korte am Freitagabend bei der Vernissage von Claudia von Funckes Ausstellung „Die gefaltete Stadt“ die Gäste in der Galerie im Saalbau. Auch Bezirksstadtrat Bernward Eberenz gehörte zu ihnen. „Nichts dokumentiert die tumultartigen Prozesse und soziale Sprengkraft der Gegenwart genauer als ihre Architektur. Moderne Megastädte wachsen fieberhaft, horizontal wie vertikal“, erläuterte Korte (l.). Anhaltendes Bevölke-rungswachstum, Wohnungsnot, Gentrifizierung und eine weltweit immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich lägen in Neukölln offen zu Tage.

„Claudia von Funcke imaginiert eine fiktive Stadtentwicklung. Am realen Beispiel Londons zeigt sie die aufbrechende Totalität und ständige Vibration der Metropole. Die Stadt funktioniert als ein multisensorisches Ereignis, gebildet aus Räumen, Geräuschen und überlappenden Erinnerungen“, erklärte Kuratorin Isabelle Stamm (M.) zu den Arbeiten. „Mit einer begehbaren Videoinstallation und Fotografien zu Berlin und London erforscht von Funcke neue Ansätze der Urbanisierung und reflektiert die Stadt als utopischen Montageraum“, fügte die Kuratorin hinzu.

Claudia von Funcke ist Bildhauerin und Fotografin. Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste München war sie DAAD-Stipendiatin in London. Sie lebt und arbeitet heute in Berlin. Seit 2011 leitet sie den Projektraum FUNCK[]RAUM in Neukölln. Ihre Arbeiten wurden zahlreich international präsentiert. Ausgezeichnet wurde sie zuletzt mit dem Neuköllner Kunstpreis 2018.

Die Ausstellung „Die gefaltete Stadt“ ist noch bis zum 7. Oktober in der Galerie im Saalbau (Karl-Marx-Str. 141) zu sehen.

=Christian Kölling=

 

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