Kunst auf Zeit: Wandgemälde von Bahai Shehab ziert Haus auf dem KINDL-Gelände

Viele ehrgeizige Pläne der Projekte auf dem KINDL-Gelände wurden kürzlich bei einem Rundgang vorgestellt, zu dem die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] eingeladen hatte. So kündigte Armin Massing, Geschäftsfüh-rer des Berlin Global Village e.V. (BGV), den Abriss des weißen Verwaltungsgebäudes an, das im Frühjahr 2019 durch einen repräsen-tativeren Neubau ersetzt werden soll. Ende September werden deshalb einige Mitglieder des Global Village in die 3. Etage des dahinter liegenden roten BGV-Gebäudes umziehen.

Bis November ziert allerdings noch ein temporäres Wandgemälde der libanesisch-ägyptischen Kunsthis-torikerin, Designerin und Künstlerin Bahia Shehab die Fassade des weißen Verwaltungsgebäudes. Das Kunstwerk entstand im Anschluss an einen Vortrag, zu dem Shehab im Juli nach Berlin eingeladen worden war. Die im libanesischen Ras Beirut geborene Künstlerin beschäftigte sie sich schwerpunktmäßig mit der Bedeutung und Entwicklung des arabischen Schriftzeichen für ‚Nein‘ (Lam-alif). Darüber hinaus ist Bahia Shehab als außerordentliche Professorin an der Fakultät Grafikdesign der American University in Kairo tätig. Internationale Bekanntheit erlangte sie als Street Artist im Rahmen der Straßenproteste in Ägypten 2011 bis 2013. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet für ihre Arbeiten und ihr Engagement für die Rechte der Frauen und ihre öffentliche Kritik gegen Militärdiktatur und Unterdrückung im islamischen Raum, insbesondere in Ägypten.

Ursprünglich sollte die Fassade des Global Village bereits beim Berliner Mural-Festival Ende Mai von Abo Bakr, einem Protest-Künstler aus Ägypten künstlerisch gestaltet werden. Der Street-Artist aus Luxor kam damals allerdings nicht nach Berlin.

=Christian Kölling=

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