„Gute Architektur produziert nicht nur Räume“: BDG stellt Entwürfe für den Neubau seiner Bundeszentrale in Neukölln vor

52 Architektenentwürfe gingen bei einem Realisierungs-wettbewerb ein, den der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) für den Neubau seiner Bundeszentrale am U-Bahnhof Leinestraße in Neukölln ausgeschrieben hatte. Das in nachhal-tiger Holzbauweise geplante Gebäude wird als integriertes Schulungs- und Dokumentationszentrum durch den BDG, die Deutsche Schreberjugend und das Deutsche Kleingärtnermuseum genutzt werden. Das Grundstück an der Hermannstraße 186, das direkt neben dem gerade begonnenen Neubau eines Büro- und Geschäftsgebäudes für den Evangelischen Friedhofsverband Mitte liegt, hat eine Größe von 2.245 Quadratmetern. Das im Wettbewerb geforderte Raumprogramm umfasst eine Nutzungsfläche von 989 Quadratmeter. Die Fertig-stellung des Schulungs- und Dokumentationszentrums, dessen Gesamtkosten bei rund 6,5 Millionen Euro liegen, wird für das zweite Quartal 2021 angestrebt. Das Vorhaben wird zu wesentlichen Teilen aus Zuwendungsmitteln des Bundes finanziert der mit der Förderung des Projektes wichtige Impulse für Innovationen im Holzbau geben will.

Freitagnachmittag eröffnete Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann in der zweiten Etage des Rathaus Neukölln eine Ausstellung aller eingereich-ten Wettbewerbsarbeiten. Die Architektin Laura Fogarasi-Ludloff, Vorsitzende des Preis-gerichtes, stellte die besten Arbeiten vor. „Das Preisgericht beschloss einstimmig, einen ersten Preis, zwei dritte Preise und zwei Anerkennungen zu vergeben“, verkündete Fogarasi-Ludloff. Der erste Preis ging an Zheng Chen und Qiang Xu, die 2017 die CHZH + XQ Architekten & Designer GbR in Bad Homburg gründeten. „Gute Architektur produziert nicht nur Räume, sondern sie ruft die innere Liebe zum Leben hervor und weckt die verborgene Leidenschaft zur Schönheit, zur Quelle der Wahrheit“, erläuterte Qiang Xu die Philosophie seines Büros.

Die Jury-Vorsitzende Fogarasi-Ludloff hob hervor, dass das Preisgericht die städtebauliche Setzung der Baukörper, dreigeschossig zur Straßenseite und eingeschossig zur Gartenseite, sowie die Interpretation der städtebaulichen Vorgaben, positiv bewertete. „Insbesondere die Wirkung des Baukörperensembles als Solitär zu Hermannstraße ist gut gelungen und erfüllt die städtebaulichen Vorgaben auf natürliche Weise“, lobte die Jurorin. Der Bezug des Baukörpers zum Friedhofstor und der südlich angrenzenden Bebauung sei angemessen. Auf dem kleinen Eingangsplatz könne das bestehende Trafogebäude in den Grünstreifen integriert werden. Der Haupteingang von Norden erschließe die Erdgeschossebene mit einem Foyer. „Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Arbeit des ersten Preisträgers, unter Berücksichtigung der schriftlichen Beurteilung und weiteren Hinweisen zu Grundlage der weiteren Bearbeitung zu machen, und ihn mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen“, schloss Laura Fogarasi-Ludloff ihre Beurteilung. Einer der Verbesserungsvorschläge, die die Jury den Architekten Zheng Chen und Qiang Xu machte: Das Erscheinungsbild der Fassade soll so überarbeitet werden, dass das Leitbild des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde „Grün in der Stadt“ besser zum Ausdruck kommt.

Die Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten für den Neubau des BDG-Zentrums ist noch bis zum 10. August im Rathaus Neukölln (Foyer im 2. OG, Karl-Marx-Straße 83) zu sehen; Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 6 – 20 Uhr.

Umfangreiche Informationen zu allen Wettbewerbsarbeiten einschließlich Karten- und Bildmaterial sowie Stellungnahmen des Preisgerichtes auch auf der Webseite www.schindlerfriede.de/bdg.html

=Christian Kölling=

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