Mehr als gute Sicht wird eigentlich nicht benötigt, um heute die Mondfinsternis anzuschauen

Über Europa findet heute Abend die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts statt. In Berlin kann die totale Mondfinsternis bei gutem Wetter ab 21.30 Uhr beobachtet werden. Die totale Mondfinsternis erreicht um 22.21 Uhr ihr Maximum und endet um 23.13 Uhr, wenn die ersten direkten Sonnenstrahlen wieder den Rand der Mond-oberfläche treffen.

Der Vollmond, der heute über Berlin um 20.58 Uhr aufgeht, wird zum Teil bereits sichtbar verdunkelt sein. Wie das aussieht, konnte ich bei der letzten partiellen Mondfinsternis im August 2017 vom 86 Meter hohen Dörferblick in Rudow gut beobachten. 

Während der heutigen Finsternis geht um 21.45 Uhr der Mars in der Nähe des Mondes auf. Der rot funkelnde Planet, der augenblicklich die bestmögliche Sichtbarkeit hat, ist die ganze Nacht über zu sehen. Weiter südlich leuchtet bis kurz vor 3 Uhr am Samstagmorgen das bleierne Licht des Saturn, der augenblicklich ebenfalls so gut zu sehen ist wie selten. Im Südwesten strahlen Jupiter bis Mitternacht und Venus bis 22.33 Uhr. Alle Positionen der Planeten und Sterne können mit dem kostenlosen Programm Stellarium leicht und bequem ermittelt werden.

Mehr als gute Sicht wird eigentlich nicht benötigt, um die Mondfinsternis anzuschauen. Wer ein Fernglas oder Opernglas hat, sollte es aber unbedingt mitnehmen, weil schon mit diesen einfachen Hilfsmitteln viele Details besser erkannt werden können.

Berliner Amateur-Astronomen treffen sich heute ab 17 Uhr zur Langen Nacht der Astronomie in der Treptower Archenhold-Sternwarte.

Jeder Ort, der einen guten Blick auf den südöstlichen Horizont bietet, ist ein guter Beobachtungsort für die heutige Mondfinsternis. Plätze wie die Rooftop-Bar Klunckerkranich oder das Tempelhofer Feld sind also ähnlich gut geeignet.

Sonnabendnacht um 0.19 Uhr ist die partielle Mondfinsternis beendet. Um 1.38 Uhr hat der letzte Erdschatten die Mondoberfläche endgültig verlassen und der Mond über Neukölln scheint wieder wie gewöhnlich.

=Christian Kölling=