Was ist und was wird auf dem Neuköllner Kindl-Areal?

Zu einer Besichtigung des Kindl-Geländes mit einer Vorstellung verschiedener Projekte lud die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] am Dienstag-nachmittag an den Rand des Nord-Neukölllner Rollbergviertels. „So viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind noch nie bei einer Sitzung der Lenkungsgruppe gewesen“, eröffnete Martin Stef-fens den Vor-Ort-Termin des Beteiligungsgre-miums. Neben Steffens, der in der Akteursgruppe für die AG Kultur zuständig ist, moderierten Annette Beccard, die in der kürzlich neu gewählten Len-kungsgruppe die Immobilienwirtschaft vertritt, und Mietervertreter Willi Laumann den Rundgang. Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann nahmen – begleitet von Mitarbeitern des Bezirksamtes – an der rund dreistündigen Führung ebenso teil wie zahlreiche lokale Akteure, unter ihnen Alexander Ulrich, der Centermanager der Neukölln Arcaden.

Die Architektin Angelika Drescher gab als Vertreterin der Terra Libra Immobilien GmbH, die eine 100-prozentige Tochter der Stiftung Edith Maryon ist, zunächst einen allgemeinen Überblick zum Stand der Planungen sowie grundlegende Informationen über die Eigentumsverhält-nisse auf dem Kindl-Areal. „Wir werden hier in den nächsten Jahren noch Baustellen haben. Da darf man sich nichts vormachen“, sagte Drescher. Die Stiftung Edith Maryon, benannt nach einer engen Mitarbeiterin des Anthroposophen Rudolf Steiner, arbeitet in Abstimmung mit dem Bezirksamt Neukölln seit Herbst 2015 daran, auf dem Gelände neue Angebote für die Kreativwirtschaft und lokale Ökonomie behutsam zu entwickeln, um die soziale und kulturelle Infrastruktur auf dem Rollberg mit einer innovativen Mischung aus Arbeiten und Wohnen zu verbessern.

Vor einer im Bau befindlichen Infobude berichtete Christian Schöningh über das Konzept der Baugenossen-schaft TRNFRM eG, die sich als Dachorganisation für verschiedene Projekte des Kindl-Geländes versteht. Ein Mitglied der Genossenschaft ist das Projekt Alltag. Es ist für all jene gedacht, die aus unterschiedlichen Gründen eine temporäre Wohnstätte suchen: Menschen in einer Rehabilitationsphase, Gastprofessorinnen, vor Gewalt geflüchtete Mädchen und Frauen, von homophoben Übergriffen betroffene Flüchtlinge aus Wohnheimen, Touristen und andere mehr.

Ressourcen-Schonung und Abfallvermeidung sind die großen Themen des CRCLR Circular Economy House, das direkt gegenüber der Infobude liegt. „Nichts wegwerfen ist unser Ziel. Wir wollen den Müll ad acta legen“, sagte Alice Grindhammer vom Projekt, das u. a. die Kampagne „Schön wie wir“ mit einem eigenen Projektbaustein unterstützt. Mittelfristig soll das gesamte Potenzial der Abfallver-meidung in einem experimentellen Wohnprojekt des CRCLR Circular Economy House erkundet werden.

Am Ende des Rundgangs stellte Armin Massing, Geschäftsführer des Global Village e. V., die aktuellen Pläne seines Vereins vor, der bis zum Frühjahr 2019 das alte Verwaltungsgebäude auf dem Kindl-Gelände durch einen Neubau ersetzen will und dafür einen Erbbauvertrag über 99 Jahre abgeschlossen hat.

Die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat in den Räumen der BSG mbH in der Richardstr. 5 und bespricht die aktuellen Anliegen des Gebiets. Die Teilnahme ist offen für alle, die sich über Themen des Zentrums Karl-Marx-Straße informieren und austauschen wollen sowie eigene Ideen einbringen möchten.

=Christian Kölling=

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