Mehr Lebensqualität durch Bewegung und ein neues Verkehrskonzept für die Menschen im Richardkiez

„Gesundheit, gute Ernährung und Bewegung in einer intakten Umwelt gehören einfach zusammen“, erklärte mir Mirjam Vigier vom Quartiersmanagement (QM) Richardplatz Süd am Rand des Bewegungsfestes, das Donnerstagnachmit-tag am Droryplatz und auf dem Hof der Löwenzahn-Schule stattfand. „Das Fest ist Teil des Projekts ‚Gesund im Richardkiez‘ aus dem Programm Soziale Stadt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die gesund-heitlichen Kompetenzen der Anwohnerinnen und Anwohner in unserem Quartier zu stärken“, fügte die QM-Mitarbeiterin hinzu.

Falko Liecke (l.), stellvertretender Bezirksbürgermeis-ter sowie Stadtrat für Jugend und Gesundheit, war zur Eröffnung ebenso auf die Bühne gekommen wie Jochen Biedermann (r.), Bezirksstadtrat für Soziales und Stadtentwicklung. „Menschen mit Migrationshin-tergrund nutzen weniger häufig Vorsorgeangebote – wie z. B. der frühzeitigen Erkennung und Prävention von Erkrankungen, Krebs-früherkennungsuntersuchungen, Kontrollen des Zahnstatus, Vorsorgeuntersuchun-gen bei Kindern oder Schwangeren sowie Beratungen und Kurse zur Krankheitsprävention“, musste Liecke im Bericht „Die gesundheitliche Lage von Menschen mit Migrationshintergrund in Neukölln 2018“ konstatieren. Insbesondere bei Kindern und Frauen türkischer, arabischer und russischsprachiger Herkunft sei Über-gewicht häufiger verbreitet. Als Risikofaktoren werden im Gesundheitsbericht ein abweichendes Verständnis von gesunder Ernährung, der überdurchschnittliche Verzehr ungesunder Lebensmittel sowie geringe körperliche Aktivität genannt.

Ein Bewegungsparcours, der auf dem Turnhallen-dach der Löwenzahn-Schule beginnt und auf 19 Stationen durch den Kiez führt, ist als Ergebnis des Projektes „Gesund im Richardkiez“ bereits entstanden. Weitere Angebote präsentierten die verschiedensten Einrichtungen und Projekte aus dem Quartier an ihren Infoständen und auf Aktionsflächen. Nadine Lorenz erläuterte zu ihrer Broschüre „Umweltbewusst Leben im Richardkiez“: “Das Viertel ist dicht besiedelt und doch findet man viel Natur hier. Die Menschen lieben ihre kleinen Grünflächen und Baumscheiben. Sie setzen sich seit Jahren dafür ein, dass diese auch erhalten bleiben.“ Kreative Köpfe böten UpCycling-Workshops oder Tauschmöglichkeiten wie das Kulturlabor Trial & Error an. Der Nachbarschaftsgarten mache urbanes Gärtnern möglich. „Darüber hinaus gibt es so viele Möglichkeiten, umwelt-bewusst zu leben und dabei sogar viel Geld zu sparen. Auch diese wollen wir hier in dieser Broschüre vorstellen“, sagte Lorenz.

Weiterhin gab es eine Kinderrallye, bei der sportliche Aufgaben zu meistern und Quizfragen zu beantworten waren. Der Polizei-Abschnitt 54 beteiligte sich u. a. mit Informationen zum sicheren Radfahren für Kinder. Begleitet wurde das Fest, das in enger Kooperation mit dem Bildungsverbund am Droryplatz geplant wurde, schließlich von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm und dem Auftritt einer Bigband der Löwenzahn-Grundschule. Darüber hinaus hatten die Initiative Mehr Kiez für Rixdorf und das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln einen Stand, an dem sie ihre Ideen zur Verkehrsberuhigung sowie zur Verringerung von Lärm und Abgasen im Gebiet zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnenallee vorstellten.

Am kommenden Montag, dem 2. Juli, um 17.30 Uhr lädt das Bezirksamt Neukölln zur öffentlichen Präsentation und Diskussion des neuen Konzepts für verkehrsberuhigende und -lenkende Maßnahmen im Richardkiez in den Gemeindesaal der Ev. Brüdergemeine (Kirchgasse 14 – 17) ein.

=Christian Kölling=