Schluss, aus, vorbei – nicht für über 11.000 in Neukölln

Bei der Fußball-WM, für die die Stadtbibliothek Neukölln sogar einen Thementisch aufgebaut hat, ist das Ende der Vorrunde erreicht. Die Zahl der Titelaspiranten hat sich damit halbiert und wird – nach dem heutigen spielfreien Tag – von morgen bis nächsten Dienstag in den Achtelfinalspielen stetig schrumpfen.

Weil nicht nur das deutsche Team raus ist, dürften das Bejubeln von Toren und Siegen oder Entsetzensschreie ob verpasster Chancen in Neukölln nun leiser ausfallen. Denn es hat auch die hier am stärksten vertretenen WM-Nationen erwischt: Polen, das sich im Bezirk der Unterstützung von 5.849 Landsleuten (Stand: 31.12.17) sicher sein durfte, und Serbien mit 3.276 potenziellen Fans. Den letzten Abpfiff bei dieser WM für ihr Team haben auch die 623 Australier, die in Neukölln wohnen, 405 Iraner, 371 Ägypter, 365 Nigerianer, 279 Süd-Koreaner, 245 Tunesier und 184 Marokkaner hören müssen. Das gleiche Schicksal traf ebenfalls kleinere Neuköllner Communitys: die 82 Peruaner, 81 Isländer, 44 Senegalesen, 13 Costa Ricaner, 10 Panamaer und nicht zuletzt neun saudi-arabische Staatsangehörige.

Weiter vom WM-Titel träumen können hingegen die 12 Neuköllner mit uruguayischem Pass, 127 Argentinier, 176 Kolumbianer, 186 Mexikaner, 223 Belgier, 263 Japaner, 375 Dänen, 380 Brasi-lianer, 462 Portugiesen, 605 Schweizer, 653 Schweden und 734 Russen. Außerdem noch in der Runde der Achtelfinalisten sind Nationen mit vierstelliger Fanbase im Bezirk: 1.527 kroatische Staatsangehörige, 1.597 Spanier, 1.985 Briten und 2.151 Franzosen haben hier ihren Wohnsitz. Nicht mitge-rechnet sind all jene Neuköllner, die die Pässe ihrer Heimatländer gegen einen deutschen nebst Einbürge-rungsurkunde getauscht haben.

Was jetzt schon feststeht: Die insgesamt 801 Men-schen aus Down Under und die 2.754 in Neukölln lebenden Afrikaner müssen sich, falls sie weiterhin Daumen drücken wollen, das Team eines anderen Kontinents aussuchen. Und: Anders als im Einzelhandel, wo WM-Devotionalien jetzt möglichst schnell verschwinden sollen, wird es den Thementisch in der Neuköllner Stadtbibliothek bis zum Finale geben.