Deutsche, Griechen und Deutsch-Griechen diskutierten über Integration

genezareth-kirche, interkulturelles zentrum genezareth, neukölln„Griechisch im Kiez – Hellenisches Leben in Berlin“ heißt die aktuelle Ausstellung im Interkulturellen Zentrum Genezareth (IZG). Gezeigt wird dort eine Gesamtschau des griechischen Lebens in Berlin, die das IZG in Zusammenarbeit mit der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde, dem Verein To Spiti und der Hellenischen Botschaft in Berlin gestaltete. In der Ausstellung sind aktuelle und historische Fotos neben Ikonen und Portraits zu sehen; die Biographien und Lebensschicksale von Heiligen werden ebenso erzählt wie die von ganz normalen Menschen.

Im Begleitprogramm der Ausstellung gab es Montag in der Kirche am Herrfurthplatz einen Informations- und Begegnungsabend unter dem Titel „Bildhafte Integration – Binationale Partnerschaften“, den der Journalist Panajotis Gavrilis, der u. a. als freier Korrespondent für Deutschlandradio arbeitet, moderierte.

„Wenn Du in ein Lokal gehen kannst, ohne aufzufallen, dann ist die Integration geschafft“, veranschaulichte Martin Andree, der als Sohn eines deutsch-griechischen Ehepaares eine Frau heiratete, die ebenfalls aus einer binationalen Familie stammt, seine Erfahrungen in Griechenland. „Meine Frau und ich haben viel gemeinsam, weil wir beide aus binationalen Familien stammen“, sagte Andree. Wie wichtig familiäre Kontakte für die Integration sein können, hob Stefan Bössöw hervor, der mit einer Griechin verheiratet ist, aber nur gebrochen Griechisch spricht: „In Griechenland fühle ich mich integriert, wenn ich in der Familie meiner Frau bin.“ Dass nicht nur formale Sprachkenntnisse, sondern vor allem auch Empathie. Toleranz und kulturelles Verständnis für die Integration entscheidend sind, bestätigten auch Ioanna Kravarioti-Haas und Maria Chalkiadaki, die im Vorschulalter bzw. zum Studium aus Griechenland nach Deutschland kamen und hier mit deutschen Partnern leben. „Meine Eltern sprechen nur schlecht Deutsch, verstehen aber alles und kommen sehr gut zurecht“, sagte Kravarioti-Haas.

Die Ausstellung „Griechisch im Kiez – Hellenisches Leben in Berlin“ wird noch bis zum 6. September im Interkulturellen Zentrum Genezareth (Herrfurthplatz 14) gezeigt; Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 12 – 18, Sa. 11 – 15, So. 9 – 9.30 und 10.30 – 11.30 Uhr. Schlussveranstaltung am 6. September um 19 Uhr.

=Christian Kölling=