Neues Interview-Format „Impulsiv TV“ sendet aus Neukölln Hintergründiges aus Politik, Wirtschaft und Kultur in die Welt

Am Alfred-Scholz-Platz im ehemaligen Haus der Sparkasse gibt es seit kurzem ein kleines Fernsehstudio, das der Journalist und Publizist Ramon Schack (l.) gemeinsam mit seinem Produzenten Jens Winter (r.) eingerichtet hat, um hier die neue Web-Sendung Impulsiv TV aufzuzeichnen. Kürzlich konnte ich im Studio dabei sein, als Schack den Neuköllner Bundes-tagsabgeordneten und Verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Fritz Felgentreu interviewte. Themen des Gespräches waren die Verteidigungs-und Sicherheitspolitik, der aktuelle Zustand der SPD sowie die Situation im Bezirk. Das Interview ist inzwischen unter dem Titel „Zu sagen ‚Russland bedroht uns nicht‘, ist zu einfach“ bei Youtube im Kanal Impulsiv TV  veröffentlicht worden.

„Ich will kein Lokal-Fernsehen machen“, erklärte der Diplom-Politologe und Wahl-Neuköllner Schack, der seit 15 Jahren in Berlin, und seit acht Jahren in Neukölln lebt. Die Welt verändere sich rasch, wir leben global in Zeiten des Umbruchs, lautet sein Credo: „Neukölln ist vielmehr in dieser Umbruchzeit der am besten geeignete Hintergrund für spannende Interviews. Der Bezirk ist ideal für neue Informationen aus unterschiedlichsten Perspektiven über Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.“ Das erste Gepräch vor dem Felgentreu-Interview führte Schack mit Armin Langer (r.), dem Autor des Buches „Ein Jude in Neukölln“. Das dritte Interview entstand mit dem Immobilienexperten und Buchautor Dr. Dr. Rainer Zitelmann (r.), der seine These „Kapitalismus ist nicht das Problem sondern die Lösung“ in einem gleichnamigen Buch begründet hat. Auch diese Interviews sind inzwischen bei Impulsiv TV online. Die nächsten Interviewpartner werden der Publizist Alexander Kulpok, der sein Abitur am Neuköllner Albrecht-Dürer-Gymnasium machte, und ein Leibwächter von Erich Honecker sein.

Leidenschaft und journalistischer Elan scheinen Schack und seinen Kompagnon Winter bei ihrem Projekt anzutreiben, das aus eigenen Mitteln finanziert ist. Langfristig gebe es Monetarisierungsmöglichkeiten für die bei Youtube kostenlos eingestellten Beiträge, erklärte Winter. Vorrangig sei es im Augenblick aber, die journalistische Integrität zu entwickeln und zu bewahren. „Meinungsfreiheit ist nur noch die Freiheit weniger Reicher“, spitzte Schack zu, dessen großes Vorbild der Journalist Peter Scholl-Latour ist, über den er 2015 im Buch „Begegnung mit Peter Scholl-Latour“ ein persönliches Porträt veröffentlichte, für das Gregor Gysi ein Vorwort schrieb. Die Medien würden alles nur noch sehr einseitig und schwarz-weiß darstellen, kritisierte Schack und versprach: “Ich will möglichst viele Grautöne zeigen, die es zwischen Schwarz und Weiß gibt.“ Das Studio sei mit einfachen Mitteln, aber auf hohem technischen Niveau eingerichtet worden, erläuterte Schack und schloss mit der Feststellung: „Wir produzieren in Fernsehqualität.“ Folglich steht für alle vor der Kamera – wie auch für Fritz Felgentreu (r.) – vor der Aufzeichnung ein Besuch in der Maske an.

Mit dem 2013 veröffentlichten Buch „Neukölln ist Nirgendwo“ wurde Schack, der für die Neue Zürcher Zeitung, Zeit Online und viele andere namhafte Publikationen schreibt, als Gegenstimme zum Bestseller des früheren Bezirksbürger-meisters Heinz Buschkowsky schlagartig bekannt. „Neukölln heute, das ist der aufregendste Ort der Republik“, dieser Befund aus seinem Neukölln-Buch ist für Ramon Schack auch fünf Jahre später noch gültig.

=Christian Kölling=

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2 Antworten

  1. Super, ich finde es großartig, wenn Menschen wie Ramon Schack die Initiative ergreifen, um ein Gegenmodell zum medialen Einheitsbrei zu bieten.

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  2. Das Gespräch mit unserem Abgeordneten Fritz Felgentreu war differenziert und gelungen. Der anschließend automatisch eingespielte + empfohlene Beitrag allerdings von ganz anderer, mehr us-amerikanischer Machart und Gedankenwelt. Sollen wir womöglich solche Beiträge über den Umweg lokaler Berichte aufgedrückt bekommen?
    richard

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