Neues Angebot speziell für Menschen mit Lese- und Schreib-Schwierigkeiten

Schätzungsweise 28.000 Menschen in Neukölln haben – obwohl Deutsch ihre Muttersprache ist – Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Sie können keinen Wahlzettel lesen und kein Kochrezept. Sie verstehen oft nicht einmal die Fernsehzeitschrift mit Bildern. Doch Menschen, die Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben, schämen sich häufig dafür, denn Analphabetismus ist ein Tabu-Thema.

Um den Betroffenen zu helfen, die in der Fachsprache „funktionale Analphabeten“ heißen, gründete sich einst in Neukölln das erste bezirkliche Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung, dem ähnliche Bündnisse in anderen Bezirken inzwischen folgten. Ende Mai traf das Alpha-Bündnis Neukölln in der Neuköllner Stadtbibliothek zu seinem turnusmäßigen Treffen zusammen.

„Zwar nimmt nur ein Bruchteil der funktionalen Analphabeten die vorhandenen Angebote wahr, aber unser Alpha-Bündnis hat dazu beigetragen, dass die Hilfe in Neukölln stärker in Anspruch genommen wird“, konnte Ida Wehinger, die das Bündnis seit Herbst 2016 koordiniert, dem Plenum berichten. Das neueste Angebot: Jeden letzten Donnerstag im Monat gibt es jetzt eine Führung in der Helene-Nathan-Bibliothek speziell für Menschen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am Eingang Post der Neukölln Arcaden.

Wehinger (r.) organisiert Sensibilisierungs-Schulun-gen für Mitarbeiter von Neuköllner Einrichtungen und alle Interessierten. In der Schulung wird vermittelt, wie Lese- Schreib-Schwierigkeiten erkannt, Betroffene angesprochen und unterstützt werden können. Zudem vergibt das Alpha-Bündnis Neukölln seinen Alpha-Kompetenz-Aufkleber an Einrichtungen, die im Umgang mit funktionalen Analphabeten besonders geschult sind.

Bei Fragen zu Alphabetisierung und Grundbildung in Neukölln wenden Sie sich an: Ida Wehinger (alpha-buendnis-neukoelln@gesbit.de, Tel. 0157 735 012 00).

=Christian Kölling=