„Tauschrausch“ verwandelt in der Gropiusstadt Erlebnisse und Ideen live in Kunst

Rote Warndreiecke machten gestern in der nordwestlichen Ecke des Lipschitzplatzes auf eine kleine transportable Bühne aufmerksam, die zwischen zwei Tischen mit Bänken stand. Zwei ältere Frauen und ein Mann saßen an einem Tisch zusammen, während an dem anderen drei Teenager wissen wollten, was los ist.

„Wir schaffen bis Freitag hier einen Raum für Begegnungen und lassen eine Tauschbörse für Ideen und Erlebnisse entstehen“, erklärte Christiane Bischoff das aktuelle Projekt des Brand – Verein für theatrale Feldforschung e. V., der sich als „ein unabhängiges Label von Künstler*innen und Theatermacher*innen“ charakterisiert. „Wir bitten die Passanten darum, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in der Gropiusstadt zu berichten, und verwandeln, als Dank dafür, diese Geschichten auf Wunsch und live vor Ort in eine Collage, ein Gedicht, Musik oder Theater“, veranschaulichte Bischoff das Ziel der Kunstaktion.

„Wir haben irgendwie einen Narren an der Gropiusstadt gefressen“, bekannte Katja von der Ropp (l.), ebenfalls im Vorstand des Netzwerkes für innovative Theaterprojekte, das in Neukölln schon 2015 im verwaisten Haus Karl-Marx-Straße 145 mit der theatralen Zeitreise „Demokratie! Meinen Enkeln erklärt“ auf sich aufmerksam machte. „Bereits Ende letzten Jahres haben wir mit dem Projekt ‚Reden ist Gold‘ Geschichten über die Gropiusstadt eingesammelt. Mit dem Projekt ‚Tauschrausch‘ setzen wir die künstlerische Auseinandersetzung mit sozialen Fragen, Konflikten und Widersprüchen in der Peripherie fort.“ Als nächster Schritt der langfristig angelegten Beschäftigung mit der Stadtrandsiedlung Gropius-stadt sei für das Jahr 2019 eine größere Produktion geplant, verriet Katja von der Ropp gestern.

Die Aktion „Tauschrausch“ findet noch heute und morgen von 15.30 bis 18.30 Uhr auf dem Lipschitzplatz (U7 Lipschitzallee) statt.

=Christian Kölling=

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