Mural Festival belebt Tradition der Wandmalerei auch in Neukölln

Auch wenn das erste politische Wandbild Berlins, das Protestbild „Weltbaum I – Grün ist Leben“, das Ben Wagin 1975 im Tiergarten anbrachte und damit eine künst-lerische Bewegung in der Stadt auslöste, längst verblasst und kaum noch zu erkennen ist, hat Wandmalerei wieder Konjunktur in Berlin: Über 100 Künstlerinnen und Künstler, darunter etablierte Namen wie die Klebebande oder El Bocho, ließen am Pfingstwochenende überall aufwändige Wand-bilder, sogenannte Murals, entstehen.

In Neukölln verschönerte Case Maclaim, der 1979 im thüringischen Schmalkalden als Andreas von Chrzanowski geboren wurde, die Wand des Hauses in der Schinkestraße 24. Case ist ein Pionier des fotorea-listischen Graffiti, der seit mehr als 20 Jahren in über 20 Ländern an Orten wie Los Angeles, New York, Sofia, London, Wroclaw, Mailand und Moskau gearbeitet hat.

Ammar Abo Bakr, ein Protest-Künstler aus Ägypten, der ursprünglich die Wand des Eine Welt Zentrums auf dem Kindl-Areal gestalten sollte, konnte nicht nach Berlin reisen. Die Arbeiten des Streetartists aus Luxor sind u. a. in Kairo, Alexandria, Beirut, Brüssel, Amsterdam und Köln zu sehen.

Für Freunde des Weltbaum I in der Nähe des S-Bahnhofs Tiergarten gab es eine gute Nachricht: Der neue Weltbaum von Ben Wagin steht in der Lehrter Straße 30; das Kunstwerk ist ebenfalls Bestandteil vom Berlin Mural Fest.

=Christian Kölling=

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