Im Sportbad Britz wird schon geschwommen – während das Columbiabad noch im Winterschlaf liegt

Seit gestern findet der 22. Internationale Sportbadpokal der Schwimm-Gemeinschaft Neukölln statt. Heute um 10 Uhr gehen die Wettkämpfe des mit mehreren Hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern weit über die Grenzen Berlins anerkannten Schwimmfestes weiter.

Am Eröffnungstag konnte SG Neukölln-Präsident Michael Steinke (l.) im Sportbad Britz am Kleiberweg Bezirksbür-germeister Martin Hikel, Sportstadträtin Karin Korte sowie Cordula Klein (2. v. l.), Co-Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BVV Neukölln, begrüßen. Hikel und Korte überreichten Medaillen und Urkunden bei den Siegerehrungen der Nachwuchs-sportler und ließen sich zudem über die Arbeit und Erfolge des mit rund 4.300 Mitgliedern größten Berliner Schwimmvereins informieren.

Ende April schafften es Lisa Graf und Nach-wuchsschwimmer Maurice Ingenrieth, sich für die Schwimm-Gemeinschaft Neukölln beim Deutschen Schwimm-Verband zu qualifizieren. Graf (neben Hikel) wird vom 3. bis 9. August in Glasgow an den Europameisterschaften teilnehmen; Ingenrieth (neben Korte) wird bei den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki vom 4. bis 8. Juli dabei sein. Die deutsche Rekordhalterin über 200 Meter Rücken konnte sich erst bei den German Open Mitte April in Berlin für die Teilnahme an der Europameisterschaft qualifizieren. In 2:08,23 Minuten kam die 25-Jährige eine halbe Sekunde an ihren deutschen Rekord heran und machte den Start beim diesjährigen Saisonhöhepunkt in Glasgow perfekt. Der 18-jährige Maurice Ingenrieth verbesserte sich bei den German Open über 200 Meter Schmetterling um fünf Sekunden und qualifizierte sich für seinen ersten internationalen Einsatz in Helsinki mit einer Zeit von in 1:59,31 Minuten.

Die 1. Bundesligamannschaft der Wasserballer der SG Neukölln erkämpfte, wie SG Neukölln-Präsident Michael Steinke berichtete, mit ihrem Sieg im letzten Saisonspiel am 21. April den 5. Tabellenplatz und ist damit erstmals seit 2009 wieder zur Teilnahme an der LEN-Trophy, dem Europapokal-Wettbewerb des Europäischen Schwimmverbandes, berechtigt. Nachdem die Neuköllner im Kampf um Platz 5 der Bundesliga gegen den SSV Esslingen zuerst einen 16:15-Auswärtssieg erreichten, entschieden sie auch die zweite Partie für sich. Esslingen konnte einen 11:9-Vorsprung zu Beginn des vierten Viertels nicht nutzen. 98 Sekunden vor Schluss fiel der Ausgleich. Im anschließenden Fünfmeterwerfen parierte Neuköllns Torwart Tim Höhne, der sein letztes DWL-Spiel absolvierte, drei der fünf Würfe. Die Neuköllner gewannen mit 15:12 gegen Esslingen. Bei ihrem letzten Saisonspiel nahmen die Neuköllner Wasserballer auch an einer Aktion gegen Homophobie des Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. (LSVD) teil und waren als Ausdruck ihrer Solidarität mit Kappen und Badehosen in Regenbogenfarben in das Becken gestiegen.

Aktive der SG Neukölln sind allerdings längst nicht nur im Spitzensport engagiert: Nicole Hilarius (l.) und Daniela von Hoerschelmann (2. v. l.), zwei Schwimm-Trainerinnen des Vereins, konzeptionierten 2015 das Neuköllner Schwimmbär-Projekt zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit von Grundschülern. Auch wenn die Nichtschwimmer-Quote von Neuköllner Kindern am Ende des Schwimmunter-richts leicht verbessert werden konnte, bleibt das Projekt unentbehrlich, denn um die Nichtschwimmerquote sukzessive zu senken muss die Wassergewöhnung früher als in der dritten Klasse ansetzen.

Bei den Sportbadpokal-Teilnehmern ist Wasser hingegen längst ein Wohlfühl-Element: Die jüngsten starteten bei den Rennen des Jahrgangs 2010 über die Strecke von 50 Metern im Wettkampfbecken in den Disziplinen Rücken, Brust und Freistil. Der Termin für den 23. Internationalen Sportbadpokal, der seit 2003 den Zusatz „Dietrich Bolz-Gedächtnis-Schwimmen“ trägt, um an den mit 53 Jahren verstorbenen SG Neukölln-Schwimmwart zu erinnern, steht für das kommende Pfingstwochenende am 8. und 9. Juni 2019 bereits fest.

=Christian Kölling=

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