Freie Fahrt für Schülerlotsen auf den Neuköllner Maientagen

Eine große Dankeschön-Veranstaltung für die rund 1.300 Berliner Mädchen und Jungen der sechsten Klassen, die als Schülerlotsen den Kindern der unteren Jahrgangsstufen das gefahrlose Überqueren der Straßen ermöglichen, gab es auch in diesem Jahr wieder: Gestern Nachmittag richtete die Landesverkehrswacht zum vierten Mal in Folge mit Unterstützung der Schausteller auf den Neuköllner Maientagen im Volkspark Hasenheide den Schülerlotsen-Tag aus. Jacqueline Hainlein-Noack und Thilo-Harry Wollenschlaeger von der Interessengemeinschaft Berlin Brandenburgischer Schausteller (IBBS) luden alle jugendlichen Verkehrshelfer für zwei Stunden zur freien Fahrt auf allen Fahr-geschäften der Neuköllner Maientage. Gespendete Süßigkeiten, Obst und Erfrischungsgetränke teilte zusätzlich Siegfried Müller, Polizeihauptkommissar a.D. und als Vorsitzender des Fördervereins der Jugendverkehrsschulen Neukölln ein Urgestein der Verkehrserziehung im Bezirk, an die Teens aus.

„Ihr steht morgens früher als eure Mitschüler auf, um bei Wind und Wetter – auch während der dunklen Jahreszeit – als Schülerlotsen den Schülern der unteren Jahrgangsstufen das gefahrlose Überqueren der Straßen zu ermöglichen“, würdigte Bezirksbürgermeister Martin Hikel das Engagement der 11- bis 12-Jährigen. In Berlin sind aktuell an 104 Grundschulen mehr als 1.300 Lotsinnen und Lotsen im Einsatz. „Der Schülerlotsen-Dienst ist für Grundschüler das erste Ehrenamt im Leben“, lobte Ingo Schmitt (l.), Präsident der Berliner Landesver-kehrswacht, den selbstlosen Einsatz der Kinder und fügte hinzu, dass es seit 1954, dem Jahr der Einführung des Lotsendienstes in Berlin, noch nie einen schweren oder gar tödlichen Unfall an einer von Schülerlotsen gesicherten Straße gegeben habe.

Ausgebildet und während ihres Einsatzes auf der Straße betreut werden die Verkehrshelfer von Beamtinnen und Beamten der Berliner Polizei, für die Polizeidirektor Frank Schattling (r.), Leiter Fachstab Verkehr des Polizeipräsidiums Berlin, auf die Bühne der Neuköllner Maientage gekommen war. An den Grundschulen, die Lotsen mit Beschluss der Schulkonferenz und nach Anhörung der örtlich zuständigen Verkehrssicherheitsberater der Polizei einsetzen – im Berliner Durchschnitt etwa jede vierte Schule – kümmert sich mindestens eine Lehrkraft ehrenamtlich um die Werbung für den Schülerlotsendienst und die tägliche Einsatzplanung. Die Eltern müssen schließlich ihre Zustimmung zum Schülerlotsendienst ihrer Kinder geben.

In Neukölln wurden Anfang 2017 insgesamt rund 60 Schülerlotsen an der Regenbogen-Schule, der Rix-dorfer Schule, der Lisa-Tetzner-Schule und an der Gemeinschaftsschule Campus Rütli eingesetzt, wie der Antwort auf eine Mündliche Anfrage der Bezirks-verordneten Almuth Draeger zu entnehmen ist. Vorfälle der Missachtung von Schülerlotsen, zu denen es damals vor der Schöneberger Werbellinsee-Grundschule kam, wurden in Neukölln nicht bekannt. Auch Antworten auf Anfragen der Abgeordneten Tino Schopf und Harald Moritz im Berliner Landesparlament bestätigten, dass es sich bei den Vorfällen in Schöneberg um nicht zu verallgemeinernde Einzelfälle handelte.

Die 53. Neuköllner Maientage enden am Pfingstmontag. Öffnungszeiten: täglich ab 15 Uhr, sonn- und feiertags ab 14 Uhr; der Eintritt ist frei.

=Christian Kölling=

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