Kampagne „Schön wie wir“ bietet jetzt Mehrweg-Beratung für gastronomische Betriebe an

Seit zwei Jahren wirbt die Kampagne „Schön wie wir“ für mehr Sauberkeit und Umweltbewusstsein in den Neuköllner Kiezen, wobei bereits mehr als 160 Aktionen gemein-schaftlich mit Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft umgesetzt werden konnten. Im März 2018 wurde der Ansatz erweitert: Mit der Projektsäule „Mehrwegberater“ werden jetzt auch kleine und mittlere Unternehmen der Gastronomiebranche einbezogen. Der Auftrag zur Projektumsetzung wurde nach einer bundesweiten Ausschreibung an die beiden in Neukölln ansässigen Dienstleister coopolis und CRCLR vergeben.

Im Klunkerkranich, auf den ehemaligen Parkdecks 6 und 7 der Neukölln Arcaden, präsentierte am vergangenen Mittwoch Bezirksbürgermeister Martin Hikel (r.) den neuen Kampagnen-Baustein bei einem Pressefrühstück der Öffentlichkeit. Dr. Michael Knieß (l.), Referatsleiter für die Regionale Strukturpolitik und Wirt-schaftsförderung, stellte das Förder-instrument Wirtschaftsdienliche Maß-nahmen (WDM) der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe vor. Wie Knieß betonte, entspreche das Projekt Mehrwegberater nicht nur dem Zeitgeist, sondern könne für ganz Berlin Vorbildcharakter haben, um unnötige Müllberge zu vermeiden, die durch Einwegverpackungen entstünden. „In den Jahren 2019 und 2020 wird das Projekt mit 135.000 Euro aus Mitteln des Landes unterstützt“, sagte Knieß. 100.000 Euro kämen aus dem Neuköllner Bezirkshaushalt und mit 25.000 Euro seien die Wohnungsbaugesellschaften BUWOG sowie Stadt und Land an der Finanzierung beteiligt.

Robin Schellenberg (l.), Gründer und Geschäftsführer des Klunkerkranich, erläuterte anschließend ganz praktisch, wie Abfall in der Gastronomie durch die konsequente Nutzung von Mehrwegsystemen vermieden werden kann. Rund 500.000 Gäste werden jährlich im Klunkerkranich bewirtet. „Kaffee aus Pappbechern schmeckt nicht“, sagte Schellenberg. Gastronomiebetriebe, die Pappbecher verwenden, würden aber steuerlich begünstigt gegenüber Betrieben, die Kaffee in Porzellantassen ausschenken. Innovative Produkte – z.B. Glasstrohhalme oder Holzstäbchen zum Umrühren – könnten zusätzlich zur Verringerung des Plastikmülls beitragen. „Es ist fünf nach Zwölf“, sagte der Geschäftsführer des Klunkerkranich und hatte dabei nicht nur den Verpackungsmüll auf Neuköllner Straßen im Blick, sondern auch die Müllwüsten, die es inzwischen weltweit gebe, selbst auf der Insel Bali, dem bekannten Touristenparadies.

Konkrete Hilfe erhalten Gewerbetreibende, denen oft die Zeit fehlt, um zu recherchieren, was sie für die Vermeidung und Reduzierung von Abfall tun können, in Neukölln jetzt von den Mehrwegberaterinnen Duygu Örs (r.) und Esra Akkaya (l.), die für coopolis und das CRCLR-Haus arbeiten. Die beiden Beraterinnen sollen dabei helfen, gemeinsam mit Gastro-nomen, Kreativen und Start-ups nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, mit dem Ziel, in der lokalen Gastronomie und im Einzelhandel Müll zu vermeiden und Schritt für Schritt umweltverträglicher zu produzieren. Im Schillerkiez nehmen die beiden Beraterinnen regelmäßig an einer Gewerberunde teil und auch am Kottbusser Damm und im Rollbergviertel waren sie bei den Betrieben Café La Femme und Aywaz bereits zu Erstbesuchen.

=Christian Kölling=

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