Jubiläum der ersten Kirche in Deutschland, die nach Martin Luther King benannt wurde

Fast auf den Tag genau 50 Jahre nachdem die Martin-Luther-King-Kirche in der Gropiusstadt vom damaligen Bischof Kurt Scharf am 28. April 1968 eingeweiht wurde, beging die Gemeinde gestern ihr Jubiläum bei einem Festgottesdienst mit dem Cantemus-Chor Berlin, dem Kirchenchor Gropiusstadt, Concertino Neukölln und dem Martin-Luther-King-Posaunenchor.

Bischof Dr. Markus Dröge (r.) hielt die Predigt in der vollbesetzten Neuköllner Kirche. Im Anschluss an den Gottesdienst sprachen der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln Christian Nottmeier und Bezirksbürgermeister Martin Hikel (l.) Grußworte.

„Ich habe einen Traum, dass eines Tages … sich kleine schwarze Jungen und Mädchen und kleine weiße Jungen und Mädchen die Hände als Brüder und Schwestern reichen können“, lautet ein Zitat aus der Rede „I have a dream“, die der Baptisten-Pfarrer Martin Luther King im August 1963 vor einer Viertelmillion Menschen in Washington hielt. Bischof Dröge erinnerte in seiner Predigt an diese Vision des Bürgerrechtlers King, der ganz im Geist des Neuen Testaments für die Versöhnung und Gleichheit der Menschen unabhängig von Rasse oder anderen Klassifizierungen eintrat. Dröge würdigte den dreitägigen Berlin-Besuch im September 1964, bei dem King in der Marienkirche sowie in der Sophienkirche in Berlin-Mitte sprach. Dieser Besuch im damals geteilten Berlin sei ähnlich bedeutend gewesen, wie die Visite von John F. Kennedy ein Jahr zuvor. Am 4. April 1968 wurde der Baptisten-Pfarrer King erschossen. Nur wenige Wochen später wurde die Kirche in der Gropiusstadt zur ersten Kirche in Deutschland, die den Namen Martin Luther King trug.

=Christian Kölling=