#Mietenwahnsinn: Bündnis fordert Schutz kleiner Gewerbe und sozialer Einrichtungen

85 Prozent aller Berliner leben in Mietwohnungen. 74 Prozent befürchten, durch Mieterhöhungen die Wohnung zu verlieren. 64 Prozent haben Anspruch auf eine geförderte Wohnung im sozialen Wohnungsbau – nur die Wohnungen gibt es nicht.

Mit diesen Zahlen, die einer aktuellen repräsentativen Studie der Caritas entnommen sind, mobilisiert derzeit ein Bündnis aus über 160 mieten- und stadtpolitischen Initiativen und Organisationen zur großen Demon-stration „#Mietenwahnsinn widersetzen“ gegen steigende Mieten und Verdrängung in Berlin. Gestern Vormittag informierte das Bündnis bei einer Pressekonferenz im Kreuzberger Kiezanker 36 über Ziele und Ablauf der Demonstration, die am 14. April um 14 Uhr am Potsdamer Platz starten wird.

„Wir erwarten eine wirklich große Demo“, kündigte ein Sprecher vom Bündnis der Vielen an: „Wir hoffen, dass unser Unterstützerkreis noch auf über 200 Institutionen anwächst.“ Der breite außerparlamentarische Zusammenschluss umfasst eine Vielfalt an Mieter- und Nachbarschaftsinitiativen, Kiez- und Familienzentren, Sozial- und Kultureinrichtungen, Hausgemeinschaften, selbstverwalteten Projekte, Wohnungslosenhilfen und stadtpolitisch aktiven Vereinen und Gruppen.

Das Bündnis fordert u. a. zum Schutz kleiner Gewerbe sowie von sozialen Einrichtungen eine soziale Erhaltungssatzung als Ergänzung im Baugesetzbuch des Bundes. „Wir haben die Kieze nach vorne gebracht und Berlin attraktiv gemacht“, erklärte die Vertreterin einer Künstlerinitiative. Es müsse verhindert werden, dass alles, was in den letzten Jahren mit Kunst und Kultur mühsam aufgebaut wurde, durch einen völlig entfesselten Markt mit Wahnsinnsmieten wieder kaputt gemacht werde. Künstlerinnen und Künstler werden deshalb aufgerufen, in einem eigenen Block an der Demonstration am kommenden Sonnabend teilzunehmen.

=Christian Kölling=

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