Alles neu und manches wie früher

Solange der Winterschlaf der Natur in Neukölln andauert, sieht man sogar von der Straße aus, dass sich im Kinder- und Jugendzentrum Lessinghöhe etwas getan hat. Schon vor zwei Jahren konnte der Abschluss der Sanierungsarbeiten vom Haus 1 des Gebäude-Ensembles gefeiert wer-den; in dieser Woche wurde das nunmehr um-gebaute und energetisch sanierte Haus 2 einge-weiht.

Offiziell heißt es jetzt „Veranstaltungs- und Begeg-nungszentrum Lessinghöhe“, was hervorheben soll, dass künftig eben nicht mehr nur Kinder und Jugendliche das Gebäude besuchen sollen. „Wir freuen uns auf viele neue Nutzergruppen und Nutzungsarten“, kündigte Einrichtungsleiter Jürgen Schmeichler (l.) bei der Feier im großen, modernisierten Saal an. Die Grundlage dafür schufen aber die Kids: Weil ein Raum mit Bühne für Konzerte, Lesungen, Theater oder Vorträge ihre Bedürfnisse deutlich verfehlt hätte, wurde die Möglichkeit einer „eingeschränkten Sportnutzung“ beim Umbau berück-sichtigt.

Entsprechend sportlich fielen die Geschenke aus, die die Neuköllner Stadträte für Jugend und Stadtentwicklung sowie der Abteilungsleiter Soziale Stadt beim Berliner Senat überreichten: Falko Liecke (r.) hatte einen sprungreduzierten Ball für Futsalspiele dabei, Jochen Bieder-mann Tischtennisschläger und -bälle und Dr. Jochen Lang Badmintonrackets dabei. Auch die Finanzierung des Bauprojekts hatten wurde durch ein Zusammenspiel gestemmt: Der Bezirk beteiligte sich mit knapp 99.000 Euro an den Gesamtkosten von 941.730 Euro, der Löwen-anteil floss aus dem Baufonds des Programms Soziale Stadt. „In Kiezen, wo viele Kinder leben, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, ist die Investition in öffentliche und soziale Infrastruktur besonders wichtig“, attestierte Stadt-entwicklungsstadtrat Biedermann.

Verantwortlich für den Umbau zeichnete die Architektin Gabriele Fink, die auch bereits das Haus 1 des Kinder- und Jugendzentrums Lessinghöhe umgestaltet hatte. Neben der Aufwertung der Nutzungsmöglichkeiten, der energetischen Sanierung und der Erneuerung der technischen Einrichtung sei außerdem die Herstellung der Barrierefreiheit realisiert worden, bilanzierte sie. Am auffälligsten sind jedoch die an die ursprüngliche Archi-tektur erinnernden Verände-rungen an der Fassade: Wie bereits in den 1950er Jahren, als die Amerikaner die Gebäude am Mittelweg aus Trümmern des 2. Weltkriegs errichteten, bringen nun wieder große Fenster viel Licht ins Innere des Hauses. In den 1970er Jahren, so Fink, seien sie wegen der Vandalismusgefahr zugebaut worden.

=ensa=

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Eine Antwort

  1. Ich wünschte, das Haus hätte ein Gedächtnis und könnte erzählen! Was könnten wir da alles erfahren, was „schief“ lief! Intern und von außen.

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