Tag der Offenen Tür in der Gemeinschaftsunterkunft Haarlemer Straße

Gut besucht war gestern Mittag ein Tag der Offenen Tür in der neuen Gemeinschafts-unterkunft für Geflüchtete in der Haarlemer Straße / Neue Späthstraße. Anwohnerin-nen und Anwohner konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie ihre neuen Nachbarn untergebracht sind, die ab Montag schrittweise einziehen werden.

Die Kapazität der Einrichtung im Neuköllner Ortsteil Britz beträgt zunächst 600 Plätze in 175 Wohnein-heiten zwischen 40 bis 60 Quadratmetern mit jeweils drei bis fünf Betten. Die Appartments, die teilweise rollstuhlgerecht ausgestattet sind, haben alle eine Küchenzeile sowie einen eigenen Sanitärbereich und sind für Familien sehr geeignet. Die seit 2014 genutzten Bestandsgebäude der Unterkunft in der Haarlemer Straße mit insgesamt 400 Plätzen werden derzeit wegen eines Wasserschadens saniert und werden erst nach Fertigstellung wieder bewohnt. Maximal sollen 1.000 Geflüchtete auf dem Areal untergebracht werden, das eigentlich ein Gewerbegelände ist und nur befristet auf zehn Jahre für Wohnzwecke genutzt werden kann. Bauherr auf dem Grundstück, das der Caldas S.à.r.l. gehört, ist die Home Center Management GmbH.

„Ich freue mich sehr, dass die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen C&A-Haus in der Karl-Marx-Straße bald geschlossen wird. und die Geflüchteten hier einziehen“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey vorab auf einer gemeinsamen Presse-konferenz mit Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. Die Geflüchteten aus dem ehemaligen C&A-Haus werden neben anderen nach Britz ziehen. Vor allem Bettwanzen machen der Flüchtlings-notunterkunft seit Mitte 2016 zu schaffen. Hinzu kommt, dass die Einrichtung, deren Ende seit August 2017 absehbar war, keine Privatsphäre bietet.

Neben den beiden Politikerinnen nahmen Dr. Alexander Haeder von der Home Center Management GmbH, Claudia Langeheine vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten sowie Julia Morais von der Stephanus Stiftung an der Pressekonferenz teil. „Wir wollen auch die Skeptiker abholen, die sich nicht groß äußern, dann aber bei der AfD ihre Stimme abgeben“, erklärte Moralis für die Stephanus-Stiftung, die seit März 2017 Betreiber der Unterkunft Haarlemer Straße 89 ist und in dieser Funktion u. a. für die erfolgreiche Umsetzung des Programms „Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften (BENN)“ sorgt. Das BENN-Team ist Anlaufstelle für Geflüchtete und die Anwohnerschaft. Es soll gemeinsame Aktivitäten organisieren und das bürgerschaft-liche Engagement unterstützen.

Einrichtungsleiterin Birgit Schulz (l.), die seit 1989 in der Flüchtlingsarbeit tätig ist, berichtete von einem sehr guten Verhältnis zu den Nachbarn der Flüchtlingsunterkunft. „Ich denke nicht, dass es irgendwelche Probleme gibt“, urteilte sie aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen mit den Anwohnern. Unterstützt wird das BENN-Team durch ehrenamtliche Hilfe des Bündnis Neu-kölln und der Britzer Initiative.

=Christian Kölling=

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