Bundesverband der Gartenfreunde will auf ehemaliger Friedhofsfläche in Neukölln neue Maßstäbe setzen

Naturnahes Gärtner, Förderung der Biodiversität und Bodenschutz sowie gesell-schaftliche Integration und Inklusion haben für den Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) eine große Bedeutung. „Grün im Stadtbereich mitzugestalten ist unser Anspruch“, fasste es Peter Paschke, Präsident des BDG, am vergangenen Donnerstagvormittag in der Kapelle auf dem Friedhof St. Thomas treffend zusammen. Anlass seiner Rede am außergewöhn-lichen Ort: In einer Ecke des ehemaligen Friedhofsgeländes an der Hermannstraße wird der Dachverband der organisierten Kleingärtner sein Bundes-, Kompetenz-, Schulungs- und Dokumentationszentrum bauen. Das Gebäude wird in innovativer Holzbauweise erstellt. Großzügig gefördert wird das Holzbau-Pilotprojekt, für dessen Umsetzung noch ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Staatssekretär Gunther Adler übergab den Zuwendungsbescheid und füllte symbolisch einen Scheck über fast 6 Millionen Euro aus.

Das in nachhaltiger Holzbauweise geplante Gebäude wird als integriertes Schulungs- und Dokumentations-zentrum durch den BDG, die Deutsche Schreber-jugend und das Deutsche Kleingärtnermuseum genutzt werden. Fester Bestandteil werden zudem eine offenen Ausstellung mit Cafeteria sowie ein Tagungs- und Seminarbereich sein, in dem Wissen vom naturnahen Gärtnern und Biodiversität über Umweltpädagogik bis zur Rolle der Natur in der Stadtplanung weitergegeben wird. „Der BDG und Neukölln haben sich gesucht und gefunden. Wir wurden hier mit offenen Armen empfangen, was eine große Ehre für uns ist“, bedankte sich Paschke bei Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, den Bezirksstadträten Jochen Biedermann und Bernward Eberenz sowie beim Leiter des Neuköllner Stadtplanungsamtes Rolf Groth.

„Wieder etwas, das Neukölln ein Stückchen einzigartiger macht“, freute sich Giffey über die Neuansiedlung, die sowohl für die unmittelbare Nachbarschaft als auch für den gesamten Bezirk eine große Bereicherung sei. In Neukölln gebe es aktuell noch über 9.000 Kleingartenparzellen und die reformpädagogische Idee der Gartenarbeitsschule habe im Bezirk Tradition.

„Unser Bundeszentrum wird wegweisend für die Holzbauweise in Deutschland sein. Wir werden Standards setzen“, versprach Dirk Sielmann, Vize-Präsident des BDG, bei der Vorstellung des Projektes. Staatssekretär Adler unterstrich in seiner Rede: „Die Begrünung des Gebäudes hilft bei der Klimatisierung und passt zum Bauherrn.“ Auch beim Grundstück würden neue Wege im dicht besiedelten Berlin beschritten, weil das Gebäude auf dem aufgegebenen Teil eines Friedhofs geplant sei. Nicht zuletzt könnten Architekten und Ingenieure durch den vorgesehenen Planungswettbewerb gemeinsam Innovationen entwickeln.

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Es ist erfreulich, dass man in Neukölln die einst lebensrettenden (1945) Schrebergärten achtet und wieder aufleben lassen will aber muß das auf einem Friedhof sein .? Wo sind die vielen Toten hingekommen, die auf dem Thomas Friedhof ihre letzte Ruhe fanden? Es ist ungeheuerlich die Totenruhe zu stören.

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