„Entscheidend ist, dass die Ideen der Freiwilligenarbeit weitergetragen werden“

36 Organisationen, Vereine und Träger haben sich mittlerweile im 2008 gegründeten Netzwerk Ehrenamt Neukölln zusammengetan, um die gemeinsame Arbeit und den Erfahrungsaustausch zu fördern und sich für das Allgemeinwohl im Bezirk einzusetzen. Freiwilligenmanager Dietrich Schippel, der im Sprecherrat des Netzwerkes den VITA e. V. vertritt, konnte zum diesjährigen Jahresempfang , der gestern zum zweiten Mal im Bürgerzentrum Neukölln in der Werbellinstraße stattfand, die Neuauflage der Broschüre „Ehrenamt und Freiwillige Mitarbeit, Angebote & Möglichkeiten in Neukölln“ vorstellen. „Der Druck dieser Broschüre wurde durch eine Zuwendung des Bezirksamtes Neukölln, Abteilung Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste ermöglicht“, sagte Schippel und dankte dem Bezirk für die Unterstützung ausdrücklich.

Friedemann Walter, Referatsleiter Bürgerschaftliches Engagement und Demokratieförderung in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin im Hauptberuf sowie ehrenamtlich im Vorstand der Bürgerstiftung Neukölln engagiert, trat in dieser Doppelfunktion mit zwei Grußworten nacheinander auf. „Ehrenamt braucht Hauptamt“, unterstützte Walther als Vorsitzender der Bürgerstiftung, die das gerade im Aufbau befindliche Engagementbüro der AWO Südost als wichtiger Kooperationspartner berät, das Netzwerk Ehrenamt bei seinen Anstrengungen für gute Rahmenbedingungen der Freiwilligenarbeit. Eine gute Kooperation zwischen dem Netzwerk Ehrenamt und dem Engagementbüro, dessen Namenssuche fast abgeschlossen ist, sei für beide Seiten vorteilhaft. „Wir wollen zusammen das Ehrenamt voranbringen“, so Friedemann Walther. „Entscheidend ist, dass die Ideen der Freiwilligenarbeit weitergetragen werden.“

Als Mitarbeiter der Senatskanzlei überbrachte Walther die besten Grüße der Staatssekretärin Sawan Chebli. „Wir müssen denen entgegenwirken, die unsere Gesellschaft spalten wollen“, forderte Walther. Das Ehrenamt müsse dazu beitragen, Brücken zu schlagen, sowohl zwischen Alten und Jungen wie auch zwischen alteingesessenen und neu nach Berlin gekommenen Menschen. „Wir brauchen eine neue Ehrenamtskultur und einen zweiten Aufbruch“, sagte Walther und präzisierte: “Flüchtlinge müssen sich wie alle anderen in die Gesellschaft einbringen können.“ Um ehrenamtliche Arbeit anzuerkennen und aufzuwerten sei im Abgeordnetenhaus von Berlin wieder eine Initiative für den Aktionstag „Berlin sagt Danke“ gestartet worden. Der Berliner Senat werde damit aufgefordert, die Tore der Berliner Museen, Theater, Opern, des Zoos, Aquariums, Tierparks und weiterer landeseigener Einrichtungen für einen Aktionstag am 25. März 2018 kostenlos für alle Berlinerinnen und Berliner zu öffnen. Weitere Vergüns-tigungen wie z. B. die Ehrenamtskarte müssten noch bekannter gemacht werden.

Die Neuköllner Grüne-Wahlkreisabgeordnete Anja Kofbinger erinnerte daran, dass das Berliner Abgeordnetenhaus in diesem Jahr 360.000 Euro für Ehrenamtsagenturen in den Berliner Bezirken bereitstellen werde. Im nächsten Jahr sollten den Bezirken insgesamt 1,2 Millionen Euro zu Verfügung gestellt werden. Kofbingers Neuköllner Parteikollegin Dr. Susanna Kahlefeld ist die Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation im Berliner Landesparlament.

„Ich habe im Netzwerk Neukölln soviel gelernt“, lobte Eveline Lämmer, Vorsitzende des Landessenioren-beirates Berlin, in einer spontanen Rede. Senioren könnten zur Förderung des Ehrenamtes sehr viel beitragen. „Neuköllner sind ein ganz besonderer Menschenschlag“, fasste sie ihren guten Erfahrungen mit der Freiwilligenarbeit im Bezirk zusammen. Der Neuköllner SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu, der ebenfalls zum Jahresempfang des Netzwerks Ehrenamt Neukölln gekommen war, musste – im dritten Monat erfolgloser Bemühungen um die Bildung einer neuer Bundesregierung – in seiner Rede sich auf ein Stimmungsbild beschränken. Einen Wunsch äußerte Freiwilligennetzwerker Dietrich Schippel aber doch: „Der Bundestag sollte aus seinem Unterausschuss Ehrenamt einen regulären Ausschuss machen. Das ist jederzeit, auch in der laufenden Legislaturperiode möglich.“

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Mit solch tollen Beiträgen wird für die Freiwilligenarbeit motiviert. Danke.
    Ich lade Euch alle herzlich ein, mittels Gratis-Profil auf der neuen Sozialen Plattform der Freiwilligenarbeit Eure sozialen Engagements vorzustellen.
    Freundschaftliche Grüsse
    Gregor Speck, Initator von http://www.qudos.club

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