Neukölln zeichnet junge Schulsporttalente aus

„Ich habe meine Freude und Leidenschaft am Sport erst später entdeckt. Heute mache ich Sport, um den Stress vom Arbeitstag nicht abends mit ins Bett zu nehmen“, verriet Bezirksstadtrat Jochen Biedermann rund 170 Neuköllner Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen, die am vergangenen Freitag in der Aula des frisch sanierten Ernst-Abbe-Gymnasiums für ihre sehr guten schulsportlichen Leistungen geehrt wurden. Biedermann – der Vertretungsaufgaben übernimmt, bis es für den ausgeschiedenen Jan-Christopher Rämer eine Nachfolge gibt – und Schulrat Michael Dahms von der Regionalen Schulaufsicht Neukölln übergaben gemeinsam die Urkunden an die jungen Sporttalente, die im letzten Schuljahr bei Wettkämpfen des Berliner Schulsports insgesamt 200 Top-Platzierungen auf den Plätzen 1 bis 3 erreichten.

Die Ehrung organisierten und moderierten die Neuköllner Schulsportleiter Marco Guhl und Jesco Veisz. Das Orchester der Wetzlar-Grundschule sowie der Schulchor des Ernst-Abbe-Gymnasiums begleiteten die Veranstaltung musikalisch.

Für Erfolge bei Basketball und Streetball wurden Mädchen und Jungen der sportbetonten Hermann-Sander-Schule ausgezeichnet. Zum 30. Mal war die Tischtennis-AG des Ernst-Abbe-Gymnasiums, die seit 1972 ununterbrochen von Horst Michalski geleitet wird, im Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia vertreten. Diesmal belegten die 15- bis 17-jährigen Teilnehmerinnen der Wettkampfklasse II im Bundesfinale des Nachwuchswettbewerbes den 16. Platz. Siege für Neukölln errangen das Hannah-Arendt-Gymnasium im Futsal sowie die Fritz-Karsen-Schule, deren Mädchenteam im Turnen den 3. Platz bei Jugend trainiert für Olympia erreichte.

Besonders erfolgreich waren auch Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Sandsteinweg, die u. a. in den Disziplinen Ball über die Schnur, Schwimmen, Staffellauf und Triathlon beachtenswerte Leistungen zeigten. Ein Ropeskipping-Team der Neuköllner Grundschule trat im Dezember 2016 in der ARD-Sendung „Klein gegen Groß“ gegen 50 Absolventen der Polizeischule Walsrode an und unterlag beim Fernseh-Duell nur knapp. Eine herausragende Leistung zeigte ebenfalls Anna Mankowski, Berlins schnellste Schülerin über den 30-Meter-Sprint „Schnelle Socke“, die in der Rudower Michael-Ende-Schule lernt.

Dass Sport die schulische Leistung fördern kann, ist längst wissenschaftlich dokumentiert. Schulsportleiter Marco Guhl (r., neben Michael Dahms), der in diesem Amt seit 20 Jahren tätig ist, und sein Kollege Jesco Veisz müssen sich trotzdem mit dem Akzeptanzproblem auseinandersetzen, das das Fach Sport – ähnlich wie Kunst und Musik – weiterhin im Vergleich zu anderen Schulfächern hat. Erfreulich war deshalb, dass das Bezirksamt Neukölln mit Stadtrat Biedermann ebenso wie die Schulaufsicht des Bezirks mit Schulrat Dahms bei der Ehrung vertreten waren. Abschließender Höhepunkt des Vormittags war die Verlosung von Eintrittskarten, die die BR Volleys, Alba Berlin, die Eisbären Berlin sowie Hertha BSC für die jungen Neuköllner Sporttalente gestiftet hatten.

=Christian Kölling=

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