Zukunftsinvestition für Neuköllns ältestes Gymnasium mit großer reformpädagogischer Tradition

Rund 8 Millionen Euro wurden in die Komplett-Sanierung des Ernst-Abbe-Gymnasiums investiert, das damit eines der wichtigsten Projekte im Sanierungs-gebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee ist.

Am vergangenen Freitag-vormittag fand zum Ab-schluss der sechsjähri-gen Sanierungsarbeiten ein großer Festakt in Neuköllns ältestem Gymnasium statt, das 1899 im damaligen Rixdorf als höhere Lehranstalt für Knaben gegründet wurde und 1902 den Namen Kaiser-Friedrich-Realgymnasium erhielt. Katrin Lompscher (o.), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey sowie die Stadträte Jan-Christopher Rämer und Jochen Biedermann feierten gemeinsam mit Schul-leiter Tilmann Kötterheinrich-Wedekind (l.) und der Schulge-meinschaft den Abschluss der Bauarbeiten, die in mehreren Teilabschnitten stattfanden, um den Unterricht nicht zu beeinträchtigen. Der Chor der Schule sang zur Eröffnungsfeier und die überaus erfolgreiche Tischtennis-AG führte ihr Können vor.

In ganz Deutschland wurde das traditionsreiche Gymnasium 1921 unter dem Namen Karl-Marx-Schule als Vorreiterin der Reformpädagogik von Fritz Karsen bekannt, woran eine Tafel neben dem Haupteingang noch heute erinnert. Ab 1933 erhielt die Schule den Namen Hermann-Löns-Schule. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie zunächst als 4. Oberschule wissenschaftlichen Zweiges geführt, bis sie 1956 nach Ernst Abbe benannt wurde, einem Physiker, Unternehmer, Sozialreformer und Gründer der Carl-Zeiss-Werke Jena, der als Begründer der modernen optischen Technik gilt. Die Schwerpunkte des Ernst-Abbe-Gymnasiums liegen in den Naturwissenschaften, Robotik und Informatik sowie in den musisch-künstlerischen Fächern. In allen Fächern wird auf individuelle Sprachförderung zur Verbesserung der Bildungssprache wert gelegt.

Bei einem Rundgang im Anschluss an den Festakt stellten der Architekt und Baufachleute die Sanierungserfolge vor. Einerseits mussten die bestehenden Gebäude modernisiert und technisch sowie energetisch aufgerüstet werden, andererseits war der Denkmalschutz bei allen Maßnahmen zu berücksichtigen. Die runderneuerte Turnhalle ist in allen Bereichen nun auch barrierefrei. Kunst und Musik haben im Dachgeschoss einen zweiten Zeichensaal und einen erweiterten Musikraum bekommen. Für den Chemieunterricht gibt es einen Hörsaal, in dem Experimente vorgeführt werden, sowie einen Chemieraum, in dem mehrere Schülergruppen gleichzeitig experimentieren können. Der Schulhof, auf dem noch kleinere Bauarbeiten stattfinden, kann mit seinen modernisierten Pausen-, Spiel- und Freiflächen, die mit intensiver Beteiligung der Schülerinnen und Schüler gestaltet wurden, ab Frühjahr 2018 wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Die nächste Gelegenheit, um das Ernst-Abbe-Gymnasium persönlich kennenzulernen und sich einen umfassenden Überblick über die Angebote der Schule zu machen gibt es beim Tag der offenen Tür am 11. Januar 2018.

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Wer mehr über die wichtigen Neuerungen an dieser Schule in der Weimarer Zeit oder über Lehrer und bekannte Schüler/innen erfahren möchte, kann dies heute bei Wikipedia unter Karl-Marx-Schule nachschlagen. Dort ist u.a. auch eine empfehlenswerte Seite von Potsdamer Studenten zu finden und abzurufen. Viel Literatur zur Schule und ihren Leiter, Fritz Karsen, steht in der Bücherei in den Arcaden (Helene-Nathan- ..)!

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