Bald auch ein Stolperstein für den Apotheker Adolf Mockrauer in Britz?

Kurz vor dem 79. Jahrestag der Reichspogromnacht wurden mehr als ein Dutzend Stolpersteine in Neukölln gestohlen. Die Taten lösten viel Entsetzen, Unverständnis und Empörung, aber auch eine breite Welle der Solidarität und Spendenbereitschaft aus. Allein die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts meldete, dass seit dem 7. November innerhalb von 5 Tagen 1.245 Euro Spendengelder bei ihr für den Ersatz der in Britz entwendeten Stolpersteine eingegangen seien.

„Die Wiederverlegung ist damit gesichert“, teilte die Initiative gestern mit. „Hinzu kommen weitere 110 Euro, die mit der Bitte an uns verbunden sind, einen Stolperstein für den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer in die Wege zu leiten.“ Vor dessen Apotheke hatte am 9. November Veranstaltung zum Gedenken an die Reichspogromnacht stattgefunden.

Mockrauer führte ab 1927 die Albrecht-Dürer-Apotheker in der damalige Rudower Allee 86. Der Niedergang der Apotheke beginnt 1935 als Mockrauer auf Grund der antisemitischen Politik der NSDAP, die Kündigung für die Apothekenräume und seine Wohnung im selben Haus erhält. Im April 1936 verpachtet er das Geschäft an seinen nichtjüdischen Mitarbeiter Johannes Büker und arbeitet in seiner Apotheke als Angestellter weiter. Das Museum Neukölln hat den den vergeblichen Kampf des jüdischen Apothekers nachgezeichnet. “Ende Januar 1939 verlieren alle jüdischen Apotheker ihre Kassenzulassung, im Mai schließlich wird Juden generell die pharmazeutische Beschäftigung in Apotheken verboten. Für Mockrauer gibt es nun keine Chance mehr, seine Apotheke zu retten.“

Im März 1939 wanderte Adolf Mockrauer nach Chile aus, wo er sich im September 1940 das Leben nahm.

Spendenkonto der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin:
www.stolpersteine-berlin.de/de/engagement/spenden

=Christian Kölling=